Full text: Die Theorie des Geldes

55 
Bedarf an Geld. 
iiigen Eigenschaft, in welcher allein das Metallgeld 
überhaupt ein Gegenstand bestimmten Bedarfs ist. Man 
kauft (Preisbestimmung) zwar nicht mit Banknoten, 
wohl aber bezahlt man damit (cash)^«). 
Und daraus allein erklärt es sich Ja auch, warum 
die Banken jederzeit weit weniger Baargeld vorräthig 
zu halten brauchen, als sie Noten im Umlaufe haben 
26) A. Wagner (vergl. die Artikel „Banknote“ und „Cre 
dit“ in Eentsch, Handwörterbuch, und die Schrift: Staatspapier 
geld etc. Berlin 1874. p. 20) meint umgekehrt, die Banknote er 
setze das Geld nur in seiner Eigenschaft als Umsatzmittel oder 
„Umlaufsmittel“ („Tauschmittel“), nicht in seiner Eigenschaft als 
Zahlmittel. Indess kann hier der Ausdruck Umsatzmittel oder „Um 
laufsmittel“ doch nur den Sinn von Kaufkraft (purchasing power) 
haben. Kaufkraft aber besitzt nur das Geld, nicht die Bank 
note. Und was die Eigenschaft des Zahlmittels betrifft, so ist liier 
A. Wagner, wie so viele Andere, von der irrigen Vorstellung be 
herrscht, als ob nur der Zwangscurs oder das Gesetz eine 
Sache zum Zalümittel machen könne, wie er denn überhaupt 
immer nur von einem ,,gesetzlichen“ Zahlmittel, nicht von einem 
Zahlmittel überhaupt oder schlechtweg spricht Unter Zahlung 
kann aber doch nur die thatsächliche Lösung oder Erfüllung 
von auf Geld lautenden Verbindlichkeiten verstanden werden, mag 
diese nun „solutio“ oder nur „datio in solutum“ sein. Die Bank 
note hört also dadurch noch nicht auf, Zahlmittel zu sein, dass 
ihre Annahme an Geldesstatt nur freiwillig, nicht gezwungen 
stattfindet. Sie ist eben Zahlmittel, nicht kraft des Gesetzes, son 
dern kraft ihrer Einlösbarkeit auf Sicht oder kraft des Umstan 
des, dass sie das vollkommene Aequivalent des Metallgeldes ist.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.