Vorwort zur vierten Auflage.
Seit dem Erscheinen der dritten Auflage dieses Buches im Jahre 1882
hat sich im Deutschen Reiche ein gewaltiger Umschwung vollzogen, dessen
segensreichen Folgen sich zwar erst nach Jahrzehnten voll und ganz
geltend machen werden, deren Anzeichen aber, wie mit hoher Befriedigung
festgestellt werden kann, sich schon jetzt fühlbar machen. Deutschland
hat Kolonien bekommen! Dieser Umschwung greift schon jetzt befruchtend
ein in das ganze grofse Getriebe der volkswirtschaftlichen Thätigkeit
unseres Vaterlandes; Handel, Industrie und Gewerbe haben, nachdem
sie lange Zeit krank darniedergelegen haben, erfreulicherweise seit einigen
Jahren einen ungeahnten Aufschwung genommen, und wenn auch dieser
nicht allein auf das Konto der Kolonialpolitik zu setzen ist, so kann doch
nicht geleugnet werden, dafs ein nicht unbedeutender Anteil letzterer zugerechnet
werden mufs. Man bedenke, dafs die Vermehrung unserer Handelsflotte
und unserer Postdampfer, die hinsichtlich der Pünktlichkeit und
Schnelligkeit der Beförderung, hinsichtlich der Verpflegung der Reisenden
und der eleganten Einrichtung bereits die der ersten seefahrenden Nationen
übeitrofFen haben, eine notwendige Folge unserer Kolonialpolitik
gewesen ist.
M ährend manche von den Ländern, die seit Jahrhunderten Kolonien
besitzen, leider das thörichte Prinzip verfolgten, die Eingeborenen ihrer
Kolonien zu übervorteilen, sie möglichst auszusaugen und sie sich dadurch
zu entfremden, scheint die deutsche Kolonisation von dem ganz richtigen
Standpunkt auszugehen, den Leuten Bildung zuzuführen, sie dadurch ver-^rauchsfähiger
zu machen, ihr Vertrauen und ihre Zuneigung zu erwerben.
Der deutsche Charakter und der Geist, der in der Mehrzahl des
deutschen Volkes wohnt, jener ideale Zug, der neben dem vollberechtigten