24. Die Grundsätze der Dirkontbestimmung, üonstatierungstheorie usw. 89
bunden ist. Oie in dieser Zeit stark einsetzende Emissionstätigkeit er
höht den Kreditbedarf, so daß von Mitte Zebruar die Leihsätze des
offenen Marktes ansteigen; die zu Zrühjahrsbeginn mit der Eröffnung
der Wasserstraßen neu einsetzende Tätigkeit steigert die Kreditnachfrage
und bis Ende Mär; — einem wichtigen Nupontermin —, häufig sogar
bis Mitte oder Ende April pflegt die Anspannung auf dem Markt fort
zudauern ; von diesem Zeitpunkt bis Ende Juli ist der Markt leicht —
mit kurzer Unterbrechung zum Zuliende —; Anfang August beginnt die
Zeit der Erntebewegung, die Geldsätze steigen bis zum Septemberende
immer mehr an. Zm Oktober schwächt sich die Nachfrage ab, von da
bis zum Jahresende bleiben die Marktsätze auf ungefähr gleichem,
ziemlich hohem Niveau. Nach den Berechnungen von Nemmerer
(Seasonal variations in the relative demand for money and Capital
in the United States in den Materialbänden der National Monetary
Commission) betrug in New Port im Durchschnitt der Jahre 1890—1908
der Satz für Dreimonatswechsel: am 1. Januar 4.97, am 1. Februar
4.27, in der letzten Märzwoche 4.80, in der zweiten Zuniwoche 4.08,
in der dritten Septemberwoche 5.33, in der letzten Novemberwoche
4.70, in der letzten vezemberwoche 4.87%. Um die Einwirkung der
Geldmarktschwankungen auf die Preise der Effekten zu untersuchen,
wurden für den gleichen Zeitraum Durchschnittskurse von 27 Eisenbahn-
obligationen ermittelt,- die Nurse stiegen bis in die erste Kebruarwoche,
sanken bis Ende März, stiegen bis Mitte Zuni, sanken bis Ende Juli,
stiegen bis Anfang September, sanken bis Mitte Oktober, stiegen bis
Mitte November und sanken von da an. Diese Bewegungen zeigen
eine unleugbare Analogie zu jenen des deutschen Geldmarkts, nur
ist die Anspannung zu Ende des ersten Ouartals und darüber hinaus
im April in New Port stärker als in Berlin.
l\. Die Grundsätze der Diskontbestimmung, Uonstatierungstheorie
und Diskontpolitik.
Aus den Anschauungen, die der peelschen Lankakte zugrunde
lagen, folgerte die Praxis der Notenbanken von der Mitte bis zum
Ende des dritten Viertels des vorigen Jahrhunderts, daß bei Vermin
derung des Goldbestandes — sei es durch Abströmen in die innere Zir
kulation oder ins Ausland — oder bei Erhöhung der Notenemission
der Diskont zu erhöhen sei. Den deutlichsten Ausdruck fand dieser Vor
gang in der Haltung der Bank von England während des Nrisenjahrs
1873. Ihre Rate betrug zu Jahresbeginn 5%, am 10. Ianuar 4%%,