Vorwort zur zweiten Auflage.
Das Bedürfnis, die Verhältnisse der Textilindustrie sämtlicher Staaten über
sichtlich darzustellen, gab die Veranlassung, die vorliegende zweite Auflage
auf einer viel breiteren Grundlage als die frühere „Textilindustrie Deutschlands
im Welthandel“ zu bearbeiten.
An Hand der amtlichen statistischen Ein- und Ausfuhrlisten und anderen
erreichbaren Unterlagen sollte ein möglichst klares Bild über die Textilindustrie
der einzelnen Länder, über ihre Produktion und ihre Ein- und Ausfuhr an
Textilwaren erlangt werden; für die wichtigeren Länder auch gleichzeitig über
ihre Entwickelung von 1890 bis 1913. Wieweit das Ziel zu erreichen war, ergibt
sich aus der vorliegenden Bearbeitung der Textilindustrie sämtlicher Staaten.
Wenn in einzelnen oder vielen Fällen das Ergebnis nicht voll entspricht, so ist
zu berücksichtigen, daß neue Wege beschritten werden mußten, deren voll
ständiger Ausbau erst mit der Zeit möglich sein wird, und daß bei dem großen
Mangel sonstiger Feststellungen schon annähernde Vergleichswerte über die
Entwickelung der Textilindustrie von Wert erscheinen.
Der Mangel an brauchbaren Unterlagen, um den Stand und die Entwicke
lung der Textilindustrie genauer übersehen zu können, erstreckt sich nicht etwa
auf Deutschland allein; er ist ebenso auch in allen anderen Ländern vorhanden.
Die Bearbeitung aller Länder auE gleicher Grundlage erschien auch schon deshalb
angezeigt, weil dadurch Vergleichsmomente für die Textilindustrie Deutschlands
gewonnen werden, die auf einzelne Zweige derselben fördernd wirken können.
Die ein- und ausgeführten Textilwaren wurden zur Erleichterung der Über
sicht in „Rohstoffe“, „Halbfabrikate“ und „Fertigwaren“ getrennt angeführt. Da
Normen, was jeweils als Rohstoff oder als Halbfabrikat anzusprechen ist, bisher
nicht vorliegen, erfolgte diese Trennung nach bestem Ermessen und bleibt es
den Sachverständigen der Industrie unbenommen, später Änderungen in dieser
Beziehung vorzunehmen.
Besonderes Gewicht wurde auf die Feststellung der Produktionswerte der
einzelnen Zweige der Textilindustrie gelegt. Die gewählte Methode ist aus
den Ausführungen auf S. 32, wie auch aus den Aufstellungen bei den einzelnen
Ländern zu ersehen. Die nach dieser Formel erhaltenen Werte können vielleicht
keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit erheben; sie ermöglichen aber die Be
stimmung der Produktion auf einer Grundlage, die einen sehr genauen Vergleich