Object: Meer und Weltwirtschaft

im süd- und zentralamerikanischen Latiner. Im großen und ganzen 
bleibt jedoch das weiße Ansehen der neu entstandenen Menschen- 
arten bewahrt. Nur in dem weißen Ansehen der Vereinigten Staaten 
von Nordamerika stört ein schwarzer Fleck, das Negerelement; 
wohnen doch in Usamerika allein 10,5 Mill. Neger und Mulatten, d. 
h. 10% der Gesamtbevölkerung. Es rächen sich eben alte Sünden. 
Die Negersklaven bildeten im Gebiet des Atlantischen Ozeans 
während des 17. und 18. Jahrhunderts den begehrtesten und ren- 
tabelsten Handelsartikel für Engländer, Franzosen und Holländer. 
Von einem ähnlichen Handelsartikel, wie mit „lebendem Elfenbein‘“‘, 
ist der Große Ozean verschont geblieben, wenn auch hie und da 
durch Kriegszüge Menschen aus der Inselwelt geraubt worden sind 
oder, wie es selbst in neuerer Zeit gelegentlich in nicht ganz ein- 
wandfreier Weise geschehen ist, Insulaner, „Miokesen‘‘, auf Schiffe 
gelockt und als Arbeitsmaterial nach tropischen Plantagen und 
australischen Bergwerksgebieten geschleppt worden sind. 
Die wirtschaftsgeographische und -politische Bedeutung der Welt- 
meere läßt sich ferner in dem erzieherischen Einfluß der 
Meere auf die Völker erkennen. Der Raum des Landes ist vielfach 
begrenzt, er beschränkt auch die politische Auffassung der Völker, 
wenn nicht gerade weite Becken und Tiefländer etwas von der 
Wirkung des weiten Meeres auf die politischen Expansionen der 
Völker übertragen. Der Meeresraum aber mit seinen endlosen Ho- 
rizonten hat vorzugsweise zur Schärfung und Erweiterung des po- 
litischen und wirtschaftlichen Blickes beigetragen und einen großen 
Zug von Kühnheit in den politischen Charakter der Seevölker hin- 
eingetragen. Das Meer hat die Seevölker zur Staatenbildung förm- 
lich hingedrängt, und in der Europäisierung der Erde hat die größte 
Seemacht, Großbritannien, das meiste geleistet. Selbst wer 
den Engländern nichts nachrühmen wollte, müßte doch anerken- 
nen, daß die staatenbildende Kraft den Mittelpunkt der geistigen 
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