Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
den Anschein hat. Es wird wohl kaum ein Hotel geben, das 
nicht in seiner Fassade, in seinem Betriebe, in seinem Namen, 
in seiner Geschichte oder auch in seiner näheren Umgebung 
irgendeine Besonderheit hat, die: sehr gut den Kern oder auch 
den Rahmen zum gesuchten Kennzeichen geben könnte. Das 
Eden Hotel in München zum Beispiel hat seine Kofferetikette 
zum „Kennzeichen“ gemacht, das auf allen seinen Schrift- 
sachen und Werbematerialien (Briefbogen, Umschlägen, 
Taschenkalender, Zimmer- bzw, Schlüsselkarte usw.) wieder- 
kehrt. Ich berichte darüber in den betreffenden Abschnitten. 
Zuweilen liegt das Charakteristische schon im Namen, wie 
bei meinem Beispiele von „Uhls‘“ Bristol Hotel (Eule) und vom 
„Adlon“ (Adler). Für Kurort-Hotels könnte es sich in einer 
besonderen Eigenart der Kurmittel finden lassen. Es sei an die 
Schöpfung des weltbekannt gewordenen Naturarztes Pfarrer 
Sebastian Kneipp, das Bad Wörishofen in Bayern, erinnert. 
Dort ist das Barfußgehen in Sandalen besonders charak- 
teristisch. Das dortige „Hotel Bellevue“, jetzt „Park-Hotel“‘, 
hatte vor dem Kriege einen solchen Barfußgeher auf seiner 
Kofferetikette verwendet und damit eine sehr originelle und 
auffallende . Wirkung erzielt. Im Kurort Weißer Hirsch bei 
Dresden verwendet man gern den weißen Hirsch in einer stili- 
sierten Zeichnung. Das „Hotel Astoria‘ in Leipzig hat sich als 
Kennzeichen einen köstlichen Barocklöwen gewählt, der auf der 
Kofferetikette, den Briefköpfen, Rechnungsformularen und 
auch in den Reklamen immer wiederkehrt, und den man nicht 
mehr vergißt, weil dieser Barocklöwe gar zu herzig ist. Hoffent- 
lich habe ich mit diesen Hinweisen genug Anregungen gegeben, 
und wir werden dem „Kennzeichen“ bei der künftigen Hotel- 
-eklame in apdarten Formen recht zahlreich begegnen. 
af} 
WACH 
Kennzeichen von Conrad Uhls Hotel 
Bristol in Berlin (Eule — Uhl!)
	        
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