fullscreen: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

WANDERtÜSTGSVERLAUF UND GETROFFENE MASSNAHMEN. 175 
sich verpflichtet, Vertriebene in seinen Betrieb ein 
zustellen, und die Heimstätten im Besitz der Siedelungs 
gesellschaft verbleiben. Durch Umfrage unter den ver 
triebenen elsaß-lothringischen Handwerkern, Industriearbei 
tern und Angehörigen anderer Berufe ermittelt die Siede 
lungsgesellschaft, daß 80 Familien für diese Siedelungcn 
in Betracht kommen. Sie sucht die geeignetsten Elemente 
aus und beginnt mit dem Ausbau dieser Siedelung, die voll 
kommen von Vertriebenen, Architekten, Bauunternehmern, 
Bauarbeitern, unter Hinzuziehung der Siedler selbst, aus 
geführt wird. Durch Errichtung der Heimstätten in halb 
ländlicher Siedelung, d. h, durch Zuteilung von 1—2 Mor 
gen Land zu jeder Heimstätte, wird den Vertriebenen die 
Möglichkeit gegeben, sich mit dem nötigsten Lebensunter 
halt selbst zu versorgen, und hierdurch gleichzeitig die in 
tensivere Ausnutzung unseres landwirtschaftlichen Bodens 
angestrebt. 
Im Kohlenbergbau ist Mangel an Arbeitskräften. Durch 
Verabredung mit Unternehmern gelingt es der Siedelungs 
gesellschaft, elsaß-lothringische Vertriebene, die bisher nicht 
im Bergbau tätig waren, zu Arbeiten unterzubringen, zu 
denen sie keiner besonderen Vorkenntnisse bedürfen und 
sich allmählich zu Bergarbeitern ausbilden können. Die 
Siedelungsgesellschaft gibt einem Unternehmer einen be 
stimmten Baukostenzuschuß zum Bau von Arbeiterwoh 
nungen unter der Bedingung, daß er sich verpflichtet, 
in diese Wohnungen während einer bestimmten Eeihe von 
Jahren nur elsaß-lothringische Flüchtlinge aufzunehmen. 
Vertriebene aus den Arbeiterkreisen ergreifen diese Ge 
legenheit, wieder seßhaft zu werden, und unsere Kohlen 
produktion wird gefördert. 
Selbstverständlich muß die zentrale Siedelungsgesell 
schaft' sich auch aller derjenigen Vertriebenen annehmen, 
die bereits Arbeit gefunden haben, und durch Bau einer 
Heimstätte in ordentliche Wohnungsverhältnisse zu gelan 
gen suchen. Solche Einzelbauten kann freilich die Sie 
delungsgesellschaft nicht selbst in die Hand nehmen. Das 
würde viel zu große Verwaltungskosten ergeben. Die Aus
	        
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