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oder weniger Grofsbritannien zugefallen. Die Sklaveninseln
gehörten, seitdem amerikanische Schiffe zugelassen wurden,
eigentlich kaum noch mehr als politisch zu ihrem Mutter
lande; ökonomisch waren sie mit allen Fasern in die Wirt
schaft der nordamerikanischen Republik verstrickt. Ihren Be
darf an Lebensmitteln konnten sie nur noch von dorther ein
führen; seit 1793 ging auch, je länger, je mehr, ihr Ausfuhr
handel in deren Hände über. Jeder Sklave, welcher noch im
portiert wurde, erhöhte Westindiens Abhängigkeit; denn für
ihn mufste ein bestimmter Teil Lebensmittel mehr ein- und
Kolonialwaren mehr ausgeführt werden. Beides stärkte in
erster Linie die Handelsflotte und die Macht Nordamerikas,
während England nur die Sorge für die Existenz der Neger
zufiel. Unter diesen Umständen konnte es kein Fehler der
englischen Politik sein, ein allzu schnelles Wachstum ihrer
Kolonien durch die Unterbindung der Sklavenzufuhren zu
hemmen. Sonst hätte sie ihrem grofsen überseeischen Rivalen
geradezu in die Hände gearbeitet und sich zum Vorspann seiner
Interessen hingegeben. —
Ergebnis.
Als Frucht dieser Erwägungen kam das Gesetz vom
25. März 1807 zustande, welches den letzten Rest des
Sklavenhandels unter Verbot stellte. Nach der Tabelle auf
Seite 106 wurde von nun ab die Einfuhr von jährlich bei
nahe 10000 Negern in die älteren britischen Inseln untersagt.
Das waren gewifs lange nicht so viel wie in früheren Jahr
zehnten vor dem nordamerikanischen Unabhängigkeitskriege,
wo oft die dreifache Anzahl und mehr dort gelandet waren.
Aber immerhin war es eine praktisch tief einschneidende
Mafsregel, die sich nur durch die mitgeteilten zwingenden
Gründe rechtfertigen liefs. Keinesfalls aber Iäfst sich die
später häufig aufgestellte, auch von Wilberforce (siehe S. 84)
bestrittene Behauptung aufrechterhalten, dafs dadurch der
Ruin der britischen Zuckerinseln herbeigeführt worden wäre.
Dazu waren letztere viel zu leicht imstande, ihren Sklaven
bedarf auf natürliche Weise durch Geburtsüberschüsse zu
decken. Die wahre Ursache ihres im 19. Jahrhundert immer
deutlicher bemerkbaren Rückganges war der Abfall der Ver
einigten Staaten. Die Abolition hätten sie nicht nur leicht
verschmerzen können, sondern ihre Lage wäre angesichts der
ungleich gröfseren Vorteile, die das Ausland vom Sklaven
handel zog, noch viel trauriger gewesen, wenn die Abschaffung
unterblieben wäre. —
Schlufs.
Die wesentlichen Erklärungsgründe für das allmähliche
Zustandekommen der britischen Abolition glauben wir mit den