Full text : L' Allemagne économique ou histoire du Zollverein Allemand

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35  Millionen  staatlicher  Bankkredit,  hauptsächlich  kurzfristiger.
Der  „Selskosojus“  selbst  hatte  bei  seiner  Gründung  im  Herbst
1921  nur  ein  Eigenkapital  von  ganzen  22  000  Rubeln,  dazu  ein
Aktienkapital  von  10  000  Rubeln.  Die  landwirtschaftlichen  Genossenschaftsverbände ­
  haben  ebenfalls  mit  recht  bescheidenen
Geldmitteln  begonnen.  Am  1.  Januar  1924  betrug  jedoch  die
Summe  der  Bilanzziffern  aller  lokalen  Verbände  bereits
101250  000  Rubel,  und  der  „Selskosojus“  hatte  am  1.  April  1924
eine  Bilanzziffer  von  33  101  000  Rubel  aufzuweisen.  Hierbei  ist  in
Betracht  zu  ziehen,  daß  die  Bauernwirtschaften  Sowjet-Rußlands
während  des  Bürgerkrieges  und  hauptsächlich  durch  die  fremdländischen ­
  Interventionskriege  und  die  Blockade  außerordentlich
gelitten  haben  und  finanziell  ruiniert  worden  sind,  daß  sie  also
nicht  in  der  Lage  waren,  ihren  landwirtschaftlichen  Genossenschaften ­
  genügend  große  Geldmittel  zur  Verfügung  zu  stellen.  Aus
diesem  Grunde  müssen  bei  dei\  Geldversorgung  der  landwirtschaftlichen ­
  Genossenschaften  noch  für  lange  Zeit  Staatskredite
in  Betracht  gezogen  werden.  Für  die  aufsteigende  Tendenz  in  der
finanziellen  Entwicklung  der  landwirtschaftlichen  Genossenschaften ­
  spricht  unwiderleglich  die  Tatsache,  daß  1922  das  Betriebskapital ­
  auf  das  5fache,  1923  auf  das  8,5fache  gestiegen  war.
Von  großer  Bedeutung  für  die  Beurteilung  der  Finanzen  der
landwirtschaftlichen  Genossenschaften  ist  die  Haftung  sämtlicher ­
  Genossenschaftsmitglieder  für  die  Verpflichtungen  ihrer
Genossenschaften.  Diese  Haftpflicht  erweitert  natürlich  bedeutend
die  Kreditbasis  der  Genossenschaften.
Das  Kreditsystem  und  42  besondere  Kreditgesellschaften ­

Ein  ausgedehnter,  fein  organisierter  Apparat  sorgt  für  die  Zuführung ­
  der  Geldmittel  an  die  Genossenschaften.  Hierzu  gibt  Genosse ­
  Sewrjuk  in  Moskau  folgende  Darstellung:  Das  Organisationssystem, ­
  mit  dessen  Hilfe  die  Finanzierung  der  bäuerlichen
Kreditgenossenschaften  verwirklicht  wird,  besteht  aus  einem  Netz
landwirtschaftlicher  Kreditgesellschaften,  Agrarbanken  und  der
Landwirtschaftlichen  Zentralbank  der  Sowjetunion.
Die  landwirtschaftlichen  Kreditgesellschaften  entstanden  auf
Grund  des  Gesetzes  vom  21.  Dezember  1922.  Es  sind  dies  gemischte ­
  Aktiengesellschaften  vom  Banktypus,  in  denen  das  staatliche ­
  Kapital  vorherrscht.  Ihre  Eigentümlichkeit  besteht  darin,  daß
außer  dem  Grundanteil  (in  der  Höhe  von  100  Goldrubel)  das  Grundkapital ­
  aus  sogenannten  Bauernanteilen  (in  der  Höhe  von  5  bis
10  Goldrubel)  besteht.  Der  Hauptzweck  der  Bauernanteile  ist  der,
die  Bauernbevölkerung  selbst  zum  Ausbau  der  Kreditgesellschaften ­
  heranzuziehen.  Darum  genießen  die  Besitzer  von  Bauernanteilen ­
  eine  Reihe  von  Begünstigungen:  Recht  auf  Stundung  bei
            
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