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solche extensive Wirtschaft betreiben, wie in den neuen Län
dern, so wären hier die Ernten geringer, aber die Arbeitsproduk
tivität höher als jetzt und nicht geringer als in den neuen, dünn !
bevölkerten Gegenden. Es erhellt daraus, daß die Vorteile des |
Getreidebaues in den außereuropäischen Ländern nicht in der na
türlichen Fruchtbarkeit des Bodens, sondern anderswo zu suchen
sind.
Diese Vorteile bestehen, sagt man uns, im Reichtum an Land
im Verhältnisse zu der Bevölkerung, in dem Vorhandensein von
unbearbeiteten, durch Grundrente nicht belasteten Ländereien.
Sehr richtig. Betrachten wir dies näher. Wir haben schon er
wähnt, daß in Europa bei dem gleichen extensiven Wirtschafts
betriebe wie in Argentinien oder im Westen der Vereinigten Staa
ten die Produktivität der landwirtschaftlichen Arbeit nicht geringer
wäre, als in jenen Ländern, aber — man würde viel weniger Pro
dukte erhalten. Jetzt dagegen, bei Bodendüngung und bei Futter
bau, erhält man von einer bestimmten Bodenfläche um einige
Male mehr Gras als in den Gegenden der primitiven Viehzucht,
und man kann bei Stallfütterung verhältnismäßig mehr Vieh hal
ten. Auf diese Weise würden die Landwirte in Europa bei exten
siver Kultur und hoher Arbeitsproduktivität weniger Produkte er
halten, als bei der jetzigen intensiven Wirtschaft und geringerer
Produktivität der Arbeit.
Indessen sind infolge der Dichtigkeit der Bevölkerung bedeu
tend mehr Produkte notwendig, als es bei einer extensiven Wirt
schaft möglich wäre, zu erhalten. Das Quantum des Getreides,
sowie die Zahl des Viehes würde nicht einmal für den vierten Teil
der Bevölkerung reichen, wenn ein bedeutender Teil der Boden
fläche für die primitive Viehzucht in Anspruch genommen und
der übrige Teil extensiv bearbeitet werden würde. In den „neuen“
Ländern genügt eine extensive Wirtschaft, um eine Unmenge von
Getreide für die geringe ländliche Bevölkerung zu schaffen. In
den dicht bevölkerten Gegenden zieht man also eine intensive
Bodenbearbeitung trotz der geringen Arbeitsproduktivität dem
extensiven Wirtschaftsbetriebe vor, weil mehr Produkte notwendig
sind, als man bei einer extensiven Wirtschaft erhalten könnte.