Full text : Die deutschen Hypotheken-Aktien-Banken

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Die  Bilanzirung  dieser,  mit  Prämien-  oder  Agiozuschlägen
heimzuzahlenden  Pfandbriefe  al  pari  oder  gar  zum  niedrigeren  Verkaufspreise ­
  macht  den  thatsächlichen  Lastenstand  der  betreffenden
Institute  in  der  Regel  noch  weniger  deutlich  erkennbar,  als  die
Verheimlichung  resp.  die  Aufführung  als  Activum  des  Disagios
gewöhnlicher  Pfandbriefe.  Denn  diese  Zu-  oder  Aufschläge  würden
eine  bedeutende,  oft  der  ganzen  Summe  des  Aktien-Kapitals  gleichkommende ­
  Erhöhung  der  Passiven  darstellen,  wenn  sie  sämmtlich
oder  in  der  Mehrzahl  zu  einem  und  demselben  Termine  fällig
würden.  Letzteres  geschähe  gleichfalls  durch  eine  Massenkündigung
der  betreffenden  Hypotheken  seitens  der  Schuldner,  ein  Fall,  der
zwar  sehr  unwahrscheinlich,  aber  doch  nicht  ganz  unmöglich  ist.
Da  die  Hypothekenbanken  stets  einen,  der  Gesammtsumme  des
Pfandbrief-Umlaufs  gleichkommenden  Betrag  von  Hypotheken  besitzen ­
  müssen,  letztere  aber  in  der  Regel  seitens  der  Darlehensnehmer ­
  nach  gewisser  Zeit  (etwa  nach  fünf  Jahren)  kündbar  sind,
so  können  die  Banken  im  Falle  einer  Massenkündigung  in  die  Lage
kommen,  den  ausfallenden  Besitz  zur  Bedeckung  des  Pfändbriefumlaufs ­
  à  tout  prix  oder  ohne  Rücksicht  auf  die  Qualität  der  zu  erwerbenden ­
  Hypotheken  ergänzen,  oder  die  Pfandbriefe  sofort  mit
dem  verheissenen  Agio  zurückzahlen  zu  müssen.  Denkbar  wäre
eine  solche  Möglichkeit  etwa  als  Folge  einer  angestrebten  gesetzlichen ­
  Erleichterung  des  Hypothekenwesens,  wodurch  die  direkte
Erwerbung  von  Hypotheken  seitens  des  Publikums,  das  jetzt  vor
den,  mit  solchem  Erwerb  verbundenen  Schwerfälligkeiten  vielfach
zurückschreckt,  erheblich  vermehrt,  und  die  Bedingungen  für  die
Schuldner  wesentlich  erleichtert  werden  könnten.  Letztere  zahlen
gegenwärtig,  abgesehen  von  der  Abschlussprovision,  selten  weniger
als  5^3  pGt.  Zinsen  und  einen  Verwaltungskostcn  -  Beitrag  von
V2  pCt.  an  die  Hypothekenbanken.  Dass  den  Hypothekenschuldnern
derartige  Verpflichtungen  häufig  zu  drückend  sind,  erhellt  z.  B
aus  den  bedeutenden  freiwilligen  Rückzahlungen,  welche  im  Jahre
1876  bei  den  verschiedenen  Instituten,  darunter  die  Meininger  und
die  Preussische  Hypotheken-Aktien-Bank,  je  im  Betrage  von  mehreren
Millionen  Mark  vorkamen.
Es  ist  hier  noch  zu  erwähnen,  dass  einige  Banken  entweder
ausschliesslich  oder  theilweise  ihr  Darlehen  in  Pfandbriefen  geben,
den  Verkauf  der  Letzteren  zwar  vermitteln,  aber  den  Kurs  verlast
daraus  nicht  selber  tragen,  sondern  ihn  den  betreffenden  Darlehens-
            
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