Full text : Die deutschen Hypotheken-Aktien-Banken

27

Jahre  geschehen,  grössere  Rückzahlungen  ausserhalb  der  regelmässigen ­
  Tilgungsfrist  erfolgen.  Es  ist  dies  also  der  zweite  Punkt,
worin  cs  die  Direktion  an  der  wUnschenswerthcn  Offenheit  fehlen
lässt.
Vom  oben  angeführten  Jahresgewinne  entfallen  weitere  730,115  M.
auf  die  Aktien  als  7‘/.j  pCt.  Dividende,  und  44,803  M.  als  (verhältnissniässig
  bescheidene)  Tantieme  auf  die  Mitglieder  des  Verwaltungsraths ­
  und  der  Direktion.  Die  Aktienrente  betrug  seit
1870^1876:  8,  9,  8,  l'h,  70%,  7V)2  und  7^2  pCt.
lieber  die  Gewinnvertheilung  besagt  das  Statut,  dass  zunächst
4  pCt.  den  Aktionären  zuzutheilen,  und  vom  Gewinnrest  ihnen  75  pCt,
dem  Reservefond  15,  der  Verwaltnng  10  pCt.  zu  überweisen  sind.
Es  bestand  also  kein  statutenmässiges  Recht,  ausserhalb  der  ordentlichen ­
  Reserve  noch  einen  Provisions-Reservefond  zu  bilden.

Die  Frankfurter  Hypothekenbank  besass  Ende  1876  ein  eingczahltes
  Aktienkapital  von  3,428,571  M.,  welches  inzwischen
durch  die  erfolgte  Ausschreibung  einer  Einzahlung  bis  spätestens
1.  April  von  12'  \  pCt.  =  M.  214.29  per  Aktie  auf  4,500,000  M.
gebracht  worden  ist.  Die  Aktien  sind  jetzt  also  mit  52'/.^  pCtcingczahlt.
  Der  Pfandbriefumlauf  war  zu  Ende  v.  J.  33,501,710  M.,
hatte  demnach  die  Maxiinalgrcnzc  (das  Zehnfache  des  Aktienkapitals)
nahezu  erreicht,  die  Reserven  betrugen  zusammen  311,005  M.  ~
etwas  über  9  pCt.  des  damals  eingezahlten  Aktienkapitals.  Sonstige
Passivposten  von  Bedeutung  (abgesehen  von  585,484  M.  unerhobenen
Pfandbriefzinsen)  waren  nicht  vorhanden.  Unter  den  Aktiven  tiguriren
  neben  275,344  M.  Kassa  und  1,210,777  M.  Wechsel  2o,<07,815M.
Hypotheken  als  Gegenwerth  für  die  Pfandbriefe,  ferner  205,092  M.
Effekten  des  Reservefonds  und  400,202  M.  Lombard-Konto.  Die
Lage  der  Anstalt  erscheint  hiernach  als  eine  sehr  durchsichtige.
Aus  dem  recht  ausführlichen  Geschäftsbericht  ist  zu  entnehmen,
(lass  von  den  im  Jahre  1870  erworbenen  Hypotheken  per  8,031,213  M.,
3,737,014  M.  auf  Frankfurt  a  M.,  1,000,000  M.  auf  Hessen-Nassau,
410,307  M.  auf  Hessen-Darmstadt,  somit  ^Is  auf  das  unmittelbare,
natürliche  Geschäftsgebiet  der  Frankfurter  Hypothekenbivik  entfallen. ­
  Am  Rest  partizipiren  Berlin  mit  894,000  M.,  Oesterreich
mit  816,791  M.  u.  s.  w.  Die  Gewährung  dieses  letzteren  Darlehensposteu
  muss  einigermassen  überraschen,  wenn  man  vorher  auf
Seite  2  des  Geschäftsberichts  liest,  dass  „in  Folge  der  beispiellos
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.