Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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I.  Buch.  Production  und  Confumtion.

Ebenso  verhält  es  sich  mit  Industrie,  Handel  und  Transportwesen.  2Bo
keine  Monopole  bestehen,  ist  aber  dem  Uebel  abzuhelfen.  Es  wird  in  diesem
Falle  nicht  allzulange  dauern,  daß  das  Feuer  der  Hochöfen  ausgelöscht  bleibt,
die  Güter  nicht  verkauft  werden  und  die  Banken  sich  tveigern,  ihre  naturgemäßen ­
  Functionen  auf  dem  Gebiete  des  geschäftlichen  Verkehrs  zu  erfüllen.
Solange  indessen  die  Betriebsbeschränkungen  bestehen  bleiben,  sind  allerdings
,zu  viele  Leute'  im  Lande,  geradeso  wie  dies  nach  den  massenhaften  Exmittirungen
von  Pächtern  der  Fall  ist;  nur  besteht  zwischen  diesen  beiden  Arten  von  Uebelständen ­
  der  Unterschied,  daß  es  in  dem  einen  Fall  nach  einiger  Zeit  wieder
Beschäftigung  für  die  Leute  gibt,  nicht  aber  im  andern.  Ueber  diese  Productionsunterbrechungen
  werden  wir  uns  im  10.  dieses  und  über  die  Monopole ­
  im  4.  Kapitel  des  nächsten  Buches  zu  verbreiten  haben.  Es  wird  sich
dann  zeigen,  daß  es  oftmals  im  Interesse  der  Monopolbesitzer  gelegen  ist,  die
Production  zu  beschränken  und  einen  größer«  Gewinn  dadurch  zu  erzielen,
daß  sie  eine  geringere  Zahl  von  Gegenständen  zu  höheru  Preisen  verkaufen,
bezw.  weniger  Passagiere  und  Güter  zu  Hähern  Tarifen  als  eine  größere  Anzahl ­
  zu  niedrigern  befördern.
Eine  weise  Regierung  wird  es  sich  jedenfalls  angelegen  sein  lassen,
jeder  ungerechten  Unterbindung  der  Pulsadern  des  ökonomischen  Lebens  nach
Kräften  entgegenzutreten  und  die  Entwicklung  der  Hilfsquellen  des  Landes
bestens  zu  fördern.
Etwas  von  den  Betriebsbeschränkungen,  von  welchen  soeben  die  Rede
war,  ganz  und  gar  Verschiedenes  ist  es,  wenn  arbeitsparende  Productionsverbesserungen
  vorgenommen  werden  und  sich  die  Nachfrage  nach  Arbeitskräften
infolgedessen  vermindert.  Man  darf  nicht  glauben,  daß  die  durch  die  Einführung ­
  neuer  Maschinen  anfangs  verminderte  Verwendung  menschlicher  Arbeitskraft ­
  vermuthlich  lange  währen  wird.  Das  steht  nur  dann  zu  fürchten,  wenn
die  freie  Concurrenz  durch  das  Bestehen  eines  Monopols  eingeschränkt  ist.
Ist  das  nicht  der  Fall,  so  werden  die  Consumenten  des  verbilligten  Erzeugnisses, ­
  da  sie  nunmehr  über  den  Theil  ihres  Einkommens,  um  den  dieses
wohlfeiler  geworden,  verfügen  können,  einen  Theil  desselben  vermuthlich  zur
Hervorrufung  einer  vermehrten  Production  entweder  der  billiger  gewordenen
Waren  oder  irgend  welcher  andern  verwenden.  Auch  wird  auf  diese  Weise
vielleicht  eine  größere  Nachfrage  nach  solchen  Genüssen  und  Annehmlichkeiten
entstehen,  welche  persönliche  Dienstleistungen  oder  eine  Entfaltung  höherer  menschlicher ­
  Fähigkeiten  zur  Voraussetzung  haben.  So  werden  denn  die  geschickter»
unter  den  um  ihre  Beschäftigung  gebrachten  Arbeitern  vernnühlich  schnell  einen
andern  Thütigkeitskreis  im  Lande  finden.  Nur  diejenigen,  welche  mit  der
Herstellung  ganz  besonders  specielle  Fertigkeiten  erfordernder  Gegenstände  beschäftigt ­
  waren,  werden  sich  größern  Schwierigkeiten  gegenüber  sehen.  Solchen
            
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