2. Kap. Die freie Preisbildung. Die Marktpreise.
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fatnfeit von Angebot und Nachfrage, welche die Feststellung des Marktpreises
^ìlr Folge hat, vollzieht sich nun folgendermaßen.
Käufer und Verkäufer finden sich ein, nachdem sie sich auf Grund der
über den vorhandenen Warenvorrath und die von den Eonsumeuten und den
Käufern voraussichtlich begehrte Gütermenge eingeholten Informationen eine
Meinung über die Preisverhältniffe gebildet haben. Die Meinungen werden
^°bann ausgetauscht und nach Maßgabe der verschiedenen Ansichten nöthigen-
îullv modificirt. Da aber die an den Geschäften des Marktes Betheiligten
^ehr oder minder sachverständige Leute sind, wird es nicht häufig Vorkommen,
uß die Anschauungen derselben weit auseinander gehen. Dagegen sind die
.^ìŗtschaftlichen Perhültniffe der einzelnen Käufer und Verkäufer sehr ver
miedener Natur. Ein Theil der letztern sieht sich genöthigt, unter welchen
b ingungen es auch sei, zu verkaufen, während andere in der Lage sind,
^9 Zu warten, bis sich ihnen ein andermal günstigere Verkaufschancen
îeten. Ebenso verhält es sich mit den Käufern. Ten einen ist sehr viel
daran
gelegen, ihren Kauf sobald wie möglich abzuschließen, weil sie keinen
orrath von den betreffenden Gütern mehr besitzen, oder weil sich ihnen
^"nşiîge Gelegenheit bietet, das Einzukaufende Vortheilhaft zu verwenden; die
krn dagegen haben es nicht eilig und sind in der Lage, mit dem Abschluß
Geschäfte zu warten. Es kann natürlich nicht anders sein, als daß alle
^kse verschiedenen Perhültniffe und die denselben entsprechenden Dispositionen
^ et ° n den Transactionen des Marktes Betheiligten deren Handlungen be-
puffen. Je mehr Verkäufer sich genöthigt sehen, ihre Vorräthe herzugeben,
^ i e dringender die Käufer gewisse Waren benöthigen, desto größer wird
Q oder die Bedeutung der Geschäftsabschlüffe werden. Eine genaue
** cr Dispositionen sämtlicher Betheiligten würde zur Festsetzung eines
. Erhältnissen am besten entsprechenden Preises führen. Beim Festhalten
Durà^î ģŞringern Preise würden sich weniger Personen zum Verkaufe, beim
Ņerläsàģen höherer Preissätze weniger zum Kaufen verstehen. Jener den
Gissen angemessene Preis kann der richtige oder der entsprechende
?dreis genannt werden. Diesem kommt der wirkliche Marktpreis ge-
^ ņ lch nahe, ohne indeffen mit ihm zusammenzufallen, weil sogar erfahrene
K^ufleut
Ş sich in ihren Beurtheilungen nicht gänzlich von Irrthum frei zu
vermögen, und weil schlaue Geschäftsmänner die Preise sogar bei
halten
^ ^vuiiugi
ņ octionen im großen bis zu einem gewissen Grade in ihrem Interesse
m beeinsiuff
ben, •* ,,, .' l * nen verstehen. Die Vorgänge, welche diesen Unterschied zwischen
S^it^îigen und dem wirklichen Marktpreis herbeiführen, bezeichnet Adam
besto ) mit bem Ausdruck ,das Feilschen des Marktes'. Dasselbe muß sich
Ņnzab^ņig.^ wirksam erweisen, je mehr die gegenüberstehenden Theile nach
^ ' Ginsicht und Interesse am Abschlüsse der Geschäfte einander gleich