Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

2.  Kap.  Die  freie  Preisbildung.  Die  Marktpreise.

173

fatnfeit  von  Angebot  und  Nachfrage,  welche  die  Feststellung  des  Marktpreises
^ìlr  Folge  hat,  vollzieht  sich  nun  folgendermaßen.
Käufer  und  Verkäufer  finden  sich  ein,  nachdem  sie  sich  auf  Grund  der
über  den  vorhandenen  Warenvorrath  und  die  von  den  Eonsumeuten  und  den
Käufern  voraussichtlich  begehrte  Gütermenge  eingeholten  Informationen  eine
Meinung  über  die  Preisverhältniffe  gebildet  haben.  Die  Meinungen  werden
^°bann  ausgetauscht  und  nach  Maßgabe  der  verschiedenen  Ansichten  nöthigenîullv
  modificirt.  Da  aber  die  an  den  Geschäften  des  Marktes  Betheiligten
^ehr  oder  minder  sachverständige  Leute  sind,  wird  es  nicht  häufig  Vorkommen,
uß  die  Anschauungen  derselben  weit  auseinander  gehen.  Dagegen  sind  die
.^ìŗtschaftlichen  Perhültniffe  der  einzelnen  Käufer  und  Verkäufer  sehr  vermiedener ­
  Natur.  Ein  Theil  der  letztern  sieht  sich  genöthigt,  unter  welchen
b  ingungen  es  auch  sei,  zu  verkaufen,  während  andere  in  der  Lage  sind,
^9  Zu  warten,  bis  sich  ihnen  ein  andermal  günstigere  Verkaufschancen
îeten.  Ebenso  verhält  es  sich  mit  den  Käufern.  Ten  einen  ist  sehr  viel

daran

gelegen,  ihren  Kauf  sobald  wie  möglich  abzuschließen,  weil  sie  keinen

orrath  von  den  betreffenden  Gütern  mehr  besitzen,  oder  weil  sich  ihnen
^"nşiîge  Gelegenheit  bietet,  das  Einzukaufende  Vortheilhaft  zu  verwenden;  die
krn  dagegen  haben  es  nicht  eilig  und  sind  in  der  Lage,  mit  dem  Abschluß
Geschäfte  zu  warten.  Es  kann  natürlich  nicht  anders  sein,  als  daß  alle
^kse  verschiedenen  Perhültniffe  und  die  denselben  entsprechenden  Dispositionen
^ et  ° n  den  Transactionen  des  Marktes  Betheiligten  deren  Handlungen  bepuffen.
  Je  mehr  Verkäufer  sich  genöthigt  sehen,  ihre  Vorräthe  herzugeben,
^  i e  dringender  die  Käufer  gewisse  Waren  benöthigen,  desto  größer  wird
Q  oder  die  Bedeutung  der  Geschäftsabschlüffe  werden.  Eine  genaue
** cr  Dispositionen  sämtlicher  Betheiligten  würde  zur  Festsetzung  eines
.  Erhältnissen  am  besten  entsprechenden  Preises  führen.  Beim  Festhalten
Durà^î  ģŞringern  Preise  würden  sich  weniger  Personen  zum  Verkaufe,  beim
Ņerläsàģen  höherer  Preissätze  weniger  zum  Kaufen  verstehen.  Jener  den
Gissen  angemessene  Preis  kann  der  richtige  oder  der  entsprechende
?dreis  genannt  werden.  Diesem  kommt  der  wirkliche  Marktpreis  ge-^
  ņ  lch  nahe,  ohne  indeffen  mit  ihm  zusammenzufallen,  weil  sogar  erfahrene

K^ufleut

Ş  sich  in  ihren  Beurtheilungen  nicht  gänzlich  von  Irrthum  frei  zu
vermögen,  und  weil  schlaue  Geschäftsmänner  die  Preise  sogar  bei

halten
^  ^vuiiugi
ņ  octionen  im  großen  bis  zu  einem  gewissen  Grade  in  ihrem  Interesse

m  beeinsiuff

ben,  •* ,,, .' l * nen  verstehen.  Die  Vorgänge,  welche  diesen  Unterschied  zwischen
S^it^îigen  und  dem  wirklichen  Marktpreis  herbeiführen,  bezeichnet  Adam
besto  )  mit  bem  Ausdruck  ,das  Feilschen  des  Marktes'.  Dasselbe  muß  sich
Ņnzab^ņig.^  wirksam  erweisen,  je  mehr  die  gegenüberstehenden  Theile  nach
^  '  Ginsicht  und  Interesse  am  Abschlüsse  der  Geschäfte  einander  gleich
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.