2. Kap. Die freie Preisbildung. Die Marktpreise.
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^urch {jarte, ihre Hörigen mit Drohungen und Strenge zur Arbeit antreibende
Grundherren sehr häufig geübt wurde, eine übermäßige Arbeitsleistung einer
zahlreichen Menschenklaffe hervorgerufen wird, so findet eine Steigerung der
uationalen Productionskosten statt. Eine solche tritt auch da ein, wo infolge
Bodenerschöpfung durch Raubbau beträchtliche Ausgaben für Düngung
und bessere Bearbeitung des Ackerbodens nöthig gemacht werden, wie dies
gegenwärtig im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika geschieht.
Immerhin stehen die privaten und die nationalen Productionskosten in
kuger Verbindung miteinander, und es kann kaum eine ernstliche Aenderung
'm Bereiche der einen stattfinden, ohne daß sich deren Wirkungen in dem-
lmigen der andern bemerkbar machen würden. Wenn sich z. B. die Löhne der
ìu den Baumwollwarenmanufacturen beschäftigten Arbeiter eine Zeitlang auf
^uer normalen Höhe gehalten haben, so wird ein beträchtliches Sinken der-
îklben nicht allein auf die privaten, sondern auch auf die nationalen Produc-
Mnskosten einen bedeutenden Einfluß üben. Die in ihrem Einkommen Ver
isten Arbeiter werden entweder in ihrem bisherigen Erwerbszweige eine
ivßere Summe von Arbeitsleistungen vollbringen müsien, um einen auskömm-
îchen Verdienst zu erhalten, oder sie werden, um wenigstens leben zu können, ge-
°ìhigt sein, unter Mühe und Sorge ungewohnte, ja vielfach gemeine Tag-
óhnerarbeit zu verrichten. Wenn aber die Löhne in starkem Maße steigen,
îo werden die minder concurrenzfähigen Unternehmen oftmals — nämlich da,
ļļļ° es nicht möglich ist, die Preise der Producte entsprechend zu erhöhen — zu
runde gehen und viele Fabrikanten sich andern, für sie mehr oder weniger
^gewohnten, ja peinlichen Beschäftigungen zuwenden müssen. Das hat dann
Ulwiederum auch für eine Anzahl von Arbeitern die Folge, daß sie sich nach
Zeitiger, weniger lohnender Beschäftigung oder nach einer solchen, die
1 Einem größern Kraftaufwand verbunden ist, umschauen mästen,
dix ^ Zweite bestimmende Ursache der Marktpreise ist der Nutzen, welchen
c stur, Verkauf ausgebotenen Güter den Käufern zu gewähren geeignet sind,
Bîerth für den Privatgebrauch. Wie diejenigen, welche Güter
reck Ņîarkt bringen, beim Verkaufe die Productionskosten derselben be-
^ņen, so hat,^ die Käufer den Werth im Auge, welchen die betreffenden
{J. cr Entweder für ihre Person oder für diejenigen haben, denen sie die ge-
En Gegenstände weiter zu verkaufen gedenken,
ab Güter haben einen Werth zum Behufe entweder der Production
J* ber Konsumtion. In beiden Fällen ist die Berechnung des von ihnen
eip âļ^îen Nutzens beinahe ebenso schwierig als die der Kosten, ^.ie Tauglichkeit
Gutes zur Production ist je nach den persönlichen Eigenschaften, der
jìô^bung, dem Charakter und den Verhältniffen deffen, der darüber verfügt,
erauä verschieden. Wenn z. B. zwei Viehmäster Ochsen einkaufen und einer
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