Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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II. Buch. Der Güteraustausch. 
10. je weniger ein Ersatz der betreffenden Gegenstände durch andere, >ii 
ähnlicher Weise verwendbare möglich ist. 
Mit den Preisschwankungen ist die sehr üble Wirkung verbunden, daß 
den Producenten die Thätigkeit durch den Mangel an Stätigkeit der Verhält 
nisse erschwert wird. Infolgedessen können sich die Unternehmer nicht mit 
einem mäßigen Gewinn begnügen, vielmehr wird bei denselben eine Neigung 
zu kühnem Speculiren gefördert, während sich die Preisschwankungen auf seiten 
der Consumenten dadurch fühlbar machen, daß sich die Schwierigkeiten eines 
geordneten Haushalts steigern, und daß die Vorausberechnung der erwachsenden 
Ausgaben nur zu oft unrichtig ausfallen muß. Irrthümer in dieser Hinsicht 
sind aber mit großen Nachtheilen verknüpft, und besonders für die Armen ist 
es schwer, die Folgen einer während eines Jahres andauernden übertriebenen 
Preissteigerung durch den Einkauf plötzlich billiger gewordener Gegenstände 
im folgenden wieder auszugleichen. So verursacht die beträchtliche Schwankung 
der Preise für die Producenten wie für die Abnehmer Verluste und ist eine 
Quelle uneinträglicher Production und unvortheilhafter Consumtion. Deshalb 
ist es als ein großer Fortschritt zu begrüßen, daß in der Gegenwart infolgt 
der Vervollkommnung der Communicationsmittel und der immer zunehmenden 
Ausdehnung des Eisenbahnnetzes und der Dampferlinien die Stärke dieser 
Schwankungen bedeutend abgenommen hat, und daß namentlich die Preist 
der wichtigsten Ernährungsmittel für die Bevölkerung unsrer wohlhabenden 
und am Welthandel betheiligten Länder und Gegenden heutzutage viel ständiger 
sind als in der Vorzeit. Die Sorgen, mit denen die Menschen der frühern Jķ 
Hunderte die Witterungsverhältnisse verfolgten, haben für weite Schichten, nämlich 
für alle diejenigen, welche nicht direct beim Landbau beschäftigt sind und an dessen 
Ergiebigkeit kein Jntereffe haben, aufgehört oder sich zum mindesten überaus ge- 
mildert. Von eigentlichen Hungersnöthen, wie sie sich ehemals in den verschiedenen 
Ländern periodisch wiederholten und wie sie namentlich bei dem mangelhast 
organisirten Communicationswesen des Mittelalters so häufig vorkamen, 'şi 
nicht mehr die Rede. Nur noch hie und da leiden einzelne Volksschichten- 
und zwar infolge besonders trauriger Productionsverhältnisie, während es 
natürlich überall vorkommt, daß einzelne Individuen wirklich darben müsstn- 
Auch wolle man im Auge behalten, daß ein Element, das in frühern Zeiten 
von großem Einfluß auf die Preisschwankungen des Getreides war, d>e 
auf dem Meere herrschenden Windrichtungen und Stürme, die einstmals 
den Transport zur See oft so schwierig und langwierig gestalteten und einer 
so großen Anzahl von Schiffen den Untergang brachten, heutzutage die 3* 
fuhr aus den überseeischen Ländern nur noch in geringem Grade beeinflusst"' 
Daher konnte der Unternehmergcwinn der Importfirmen, welcher schon infķ 
der steigenden Concurrenz bedeutend gesunken ist, auch mit Rücksicht auf da
	        
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