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3. Kap. Die freie Preisbildung. Die Marktpreise (Fortsetzung). 189
Andererseits darf aber zweierlei nicht aus den Augen gelassen werden.
Erstens wäre es irrthümlich, zu glauben, daß der freie Mitbewerb, weil er
innerhalb der Grenzen eines Marktgebietes seine Berechtigung hat, sich bes
old auch überall als nützlich erweisen müßte. Sodann aber kann es ge
sehen, daß das Bestehen des Marktes schon an und für sich eine Quelle
von Nachtheilen ist und zu Rechtswidrigkeiten Anlaß gibt. Der Preis des
Muckers ist möglicherweise auf gewiffen Märkten deshalb so niedrig, weil
er von Sklavenhaltern oder deren Abnehmern feilgeboten wird und also die
^zeugungskosten desselben infolge der Verwendung der Arbeitskräfte von un-
Ģcļlichen Schwarzen, welchen nur das zum Unterhalt unumgänglich Noth
wendige an Lebensmitteln gereicht wird, auf ein Minimum herabgedrückt
werden konnten. Der Preis der Butter hinwiederum kann dadurch stark in
^e Höhe getrieben werden, daß die Käufer mit Detailhändlern in Verbindung
îwhcn, welche ihre Kunden unter den armen, hilflosen Bevölkerungskreisen einer
kosten Stadt haben, die Qualität ihrer Waren fälschen, falsches Gewicht an
wenden und auch dadurch, daß sie ihren Abnehmern Credit gewähren und
şw so in verhängnißvolle Abhängigkeit von sich bringen, unverhältnißmäßig
Rotzen Gewinn machen. Solche Beispiele lasten sich in Menge anführen.
Ņur folgt aus dem allen nicht, daß die Institution des Marktes an sich eine
schlechte sei und bekämpft werden müffe, sondern nur so viel, daß die Sklaven
^kfreit, die Wucherer bestraft, die Hilflosen organisirt werden sollten u. s. w.
Am Schluffe dieses Kapitels haben wir noch einige Bemerkungen über
w Werththeorie zu machen. In den Anschauungen von dem Werthe und
en auf den Werth einwirkenden Momenten treten verschiedene Irrthümer zu
?vge. Zunächst ist es eine gänzlich unbegründete Behauptung, daß ein vom
arktpreise ganz verschiedener sogen, natürlicher Werth und Preis anzu-
vchlnen sei, welchem sich der Marktpreis beständig nähern und mit welchem
wser letztere auf die Dauer übereinstimmen müffe. Diese Anschauung ist eine
, olge der Lehre von einem normalen Gewinst und von einer normalen Lohn
ohe . Lehren, die sich, wie wir im 4. und 5. Kapitel des III. Buches sehen
Erden, cüs illusorisch erweisen. Die schriftstellerischen Vertreter derselben öet=
sfalli sich in den Widerspruch, daß sie einerseits eine große Beweglichkeit in
^ Cntwicklungsbereiche der Unternehmungen annehmen und behaupten, das
^ständige Auftauchen und Wirken neuer Verhältnisse und das Auftreten neuer
rdîvungen verursache eine beständige Preisschwankung, und daß sie anderer
es ganz im Gegensatze zu dieser Annahme und ohne die Möglichkeit, wie
ņem solchi Schwanken ein Ziel gesteckt werden könne, nachzuweisen, einen Zu-
ņ^d der Unbeweglichkeit voraussetzen, ohne den von einem normalen oder
^ pichen Werth und Preis nicht die Rede sein kann. Tie Durchschnitts-
von denen im vorhergehenden die Rede war, sind etwas ganz anderes