Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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II.  Buch.  Der  Güteraustausch.

desselben  geschätzt  sind,  nnd  unterliegt  es  nur  verhältnißmäßig  geringen  Preisschwankungen. ­

Freilich  sind  die  Eigenschaften  des  Metalls  nicht  von  jedem  Tadel  frei-Kupfer
  ist  so  wenig  kostbar,  daß  es  nur  zu  kleinen  Zahlungen  verwendet
werden  kann.  Auch  sind  große  Zahlungen  in  Silber  mit  Unbequemlichkeiten
verbunden.  Ja  für  die  großen  Zahlungen  des  Handelsverkehrs  unserer  Zeit
ist  selbst  das  Gold  zu  schwer,  und  dies  ist  einer  der  Gründe  für  die  Verwendung ­
  von  Papiergeld.  Andererseits  kann  Gold  auch  nicht  zu  kleinen
Zahlungen  gebraucht  werden,  ein  Markstück  ans  Gold  würde  lächerlich  klein
ausfallen.  So  müssen  denn  zur  Herstellung  der  Münzen  von  geringeren'
Betrage  Silber  und  andere  minderwerthige  Metalle  verwendet  werden.  Ferner
müssen  die  Edelmetalle,  um  dauerhaft  gemacht  zu  werden,  einen  Beisatz  von
härterem  Metall  erhalten,  ein  Umstand,  der  wieder  die  Möglichkeit  von  3Ö"-schungen
  zur  Folge  hat.  Was  aber  schlimmer  ist  als  die  andern  Uebelständcauch
  die  verschiedenen  Metalle  sind  dem  gleichen  Gesetze  wie  die  meiste"
andern  Dinge  unterworfen,  daß  nämlich  ihr  Tauschwerth  Veränderungen  erleidet; ­
  und  das  ist  von  besonders  weit  tragender  Bedeutung,  weil  sie  llle
Werthmesser  dienen.  Nichtsdestoweniger  gibt  es  keine  andern  Güter,  ** l<
besser  geeignet  wären,  in  den  reichen  Ländern  als  Geld  zu  dienen  wie  d"-Gold
  und  das  Silber.
Zunächst  haben  wir  uns  nun  darüber  klar  zu  werden,  auf  welche  West
sich  der  Tauschwerth  des  Geldes  bestimmt,  welche  Umstände  es  zur  Fķ
haben,  daß  man  für  eine  bestimmte  Summe  Geld  so  und  so  viel  andere  Gegen
stände  erhält.  Warum  ist  z.  B.  ein  Gegenstand  8,  ein  anderer  10  und  c ’ 11
dritter  12  Mark  werth  und  nicht  16  resp.  20  und  24  Mark?  Da  "1
den  civilisirten  Ländern  der  Gegenwart  Gold  und  Silber  fast  '  ausschließt
als  Geld  gebraucht  werden,  so  wollen  wir  uns  nur  mit  diesen  beschäftig^'
Es  ist  unbestreitbar,  daß  auf  dein  Gold-  itiib  Silbermarkte  keine  ander"
Gesetze  allsschlaggebend  sind  als  auf  den  anderil  Märkten,  daß  also  ^

Tauschwerth  der  edeln  Metalle  unter  bent  unmittelbaren  Einfluß  von  Ange
ulld  Nachfrage  steht  und  indirect  durch  die  privaten  Productionskosten
bind)  den  Werth,  welchen  diese  Metalle  für  den  Gebrauch  der  Einzelne"

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besitzen, ­
  bestimmt  wird.  Dagegen  bringt  die  Verwendung  des  Goldes  und
Silbers  als  Geld  sowohl  hinsichtlich  des  Angebotes  und  der  Nachfrage  "
auch  der  Kosten  und  des  Gebrauchs  Eigenthümlichkeiten  mit  sich,  welche
Erläuterung  bedürfen.  ^
1.  Die  Productionskosten  der  Edelnletalle  sind  je  nach  Lage  der
hältnisse  überaus  verschieden.  Bisweilen  kann  man  mit  geringem  Auf""'
von  Arbeit  und  Hilfsmitteln  in  den  Besitz  derselben  gelangen,  in
Fällen  hingegen  bedarf  es  zu  diesem  Zwecke  complicirter  Maschinen  lind
            
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