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Kap.
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Das Geld.
Kriege hervorgerufen wurden, bis in unser Jahrhundert hinein im ganzen
da dieselben Ursachen fortdauerten und sich den schon vorhandenen sogar
ņoch neue, vor allem die Zunahme der Verwendung von Geldsurrogaten, hinzu-
Tesellten. Tie jährliche Gold- und Silberausfuhr des gesamten Amerikas nach
Europa wurde von Alexander von Humboldt im Durchschnitt für die Jahre von
^00 bis 1545 auf 3 Millionen, für die Periode von 1546 bis 1600 auf
y Millionen, für das 17. Jahrhundert auf 16, für die erste Hälfte des 18. Jahr
hunderts auf 22 1 / 2 und für die zweite auf über 35 Millionen Piaster 1 ge=
Ņtzt. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts lieferte Amerika jährlich für circa
^2 Millionen Mark Gold und Silber 2 . Die Zufuhren aus Südamerika er-
î ien dann durch den von den Kolonien gegen Spanien geführten Unabhängig-
Eltskrieg eine Unterbrechung; die Entdeckung und Ausbeutung der gewaltigen
. °^= und Silbervorräthe, die sich im Westen der Bereinigten Staaten vor-
tonbert, insbesondere die reiche Goldproduction Californiens, äußerte deshalb
lcht die Wirkung für Europa, welche man hätte erwarten können, weil das ge-
^altige, in schnellster Entwicklung begriffene Gebiet der Union selbst sehr be-
Utende Geldmengen benöthigte und so einen guten Theil der dortigen Edelmetall-
,^rräthe absorbirte. Von der Ueberproduction an Silber, die trotz dieses Um-
ks endlich dennoch eintrat, werden wir im nächsten Kapitel zu handeln haben.
Ebenso wie diese Metallzufuhren, zu denen später noch solche aus andern
stand
Indern, namentlich aus Südafrika, hinzukamen, währten auch die Zunahme der
Schnelligkeit des Geldumlaufes, die Vervollkommnung der Eommunications-
kl, die erst in diesem Jahrhundert ihre großartigsten Fortschritte machte
• " ken Höhepunkt der bisherigen Entwicklung erreichte, und die übrigen Ur-
ar L die Abnahme des Tauschwerthes des Geldes herbeiführten, im
rxO. ņ und ganzen fort. Diesen Einflüßen wirkte allerdings eine zum Theil
svende Zunahme der Bevölkerung und der Güterproduction entgegen, und
diese
oud)
Wusste wiederum eine vervielfältigte Nachfrage nach Tauschmitteln, also
b>erb ^ Ģeld zur Folge haben, das, wie wir im nächsten Kapitel sehen
^ ert ' dis zu einem gewissen Grade durch andere Tauschmittel nicht ersetzt
toeV" ķunn. Aber diese Gegenwirkungen vermochten das Sinken des Geld
es nicht gänzlich aufzuhalten.
^^Mun^ nimmt vielfach an^, daß sich der Tauschwerth des Metallgeldes
g Ģìn spanischer Piaster ist gleich ungefähr 4'/, Mark Neichswährung.
, Roscher a. a. O. 281 ff.
Gl cv G* thun das z. B. A. Smith, D. Hume und W. Roscher (a. a. O. 284).
^der n ""et nimmt in seinen am Pariser Institut catholique gehaltenen Vorträgen
Alalia "ische Öekonomie an, daß sich die Preise im 16. Jahrhundert infolge der da-
lsieh^" Veränderungen in den ursächlichen Verhältnissen um 300 % gesteigert hätten
ft zette de France*. Paris, 16 février 1886).
,1.