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II. Buch. Der Güteraustausch.
kaufen. Wer sich aber daran gewöhnt, das zu thun, wird nur zu leicht i-
eine traurige Abhängigkeit von den betreffenden Händlern gerathen und vie
leicht geradezu wucherisch ausgebeutet werden. So erweisen sich denn ^
Konsumvereine, die nur gegen Barzahlung verkaufen, abgesehen von den ander
durch sie gewährten Bortheilen, auch als Mittel gegen Creditmißbräuche sehr miß
lich. Namentlich in England haben diese Vereine nicht nur unter den nieder
und mittlern Schichten der Bevölkerung, sondern auch unter den Reichen we^
Verbreitung gefunden; aber auch anderwärts gibt es ihrer eine große Zahl »n
ist ihr Bestehen um so mehr zu begrüßen, als dasselbe der Kapitalbildun
direct förderlich ist. Den Vereinsmitgliedern wird nämlich der Profit,
dadurch erwächst, daß sie selbst mit Uebergehung überflüssiger Zwischenhän
durch ihre Bevollmächtigten einkaufen, sich also in ihren eigenen Watt ^
Häusern mit dem Nothwendigen versorgen, nicht in der Form augend l
lich billigern Einkaufs, sondern in der Weise realisirt, daß sie beim Kam
die gewöhnlichen Preise zahlen, dafür aber den durch gemeinsamen
im großen erzielten Vortheil gutgeschrieben erhalten und am Ende des Jşş '
oder noch später beziehen *.
1 Hubert-Valleroux 1. c. 138—168. Einen merkwürdigen Vorschlag, die í 0 ^
Frage durch die allgemeine Ausdehnung der Konsumvereine mittelst allmählichen ^
trittszwanges aller Konsumenten zu lösen, hat Ernst Busch in seinen Büchern .
sociale Frage und ihre Bedeutung' (Berlin 1890) und .Ursprung und Wesen der ^
schaftlichen Krisis' (Berlin 1892) gemacht. Es handelt sich hier um Vorschlage.^
wirtschaftlichen Zwang und arge Vergewaltigung im Geiste der Socialdcmo
befürworten.