Full text: Zur Wertzollfrage

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der deutschen Unternehmer nach werbendem Kapitale nicht 
empfindlicher als unbedingt erforderlich verkürzt werde 
Wiederholt sei bemerkt, daß diese Ausführungen 
nicht gegen die Erbschaftssteuer an sich, sondern nur für 
die Relativität ihrer Bedeutung sprechen sollen, nur dafür 
sprechen sollen, daß die Erbschaftssteuer weder das leisten 
sollte noch wahrend des nächsten Jahrzehntes in aus 
reichender Weise leisten können wird, was das Reich 
braucht, sobald neue große Aufgaben erfüllt werden 
müssen. 
Nicht da, wo der Reichtum werbendes, unserer 
Volkswirtschaft unentbehrliches Kapital nützlich anlegt, 
kann für die nächste Zeit der wesentliche Zielpunkt der 
Reichssteuerpolitik liegen; nicht, wo er wirbt und Dienste 
leistet, sondern, wo er genießt und vergeudet, kann eine 
neue Aera unserer Finanz- und Handelspolitik einsetzen: 
auf dem Gebiete der Lurussteuern, zunächst auf dem der 
LuXUszölle. 
* * 
* 
Wenn der Wertzoll im preußischen Zolltarife von 
1818 sowie in der hiervon seinen Ausgang nehmenden 
Zollpolitik des preußischen Zollvereins praktische Bedeu 
tung nicht erlangte, wenn die besten Männer des preußi 
schen Zollvereins, wenn insbesondere der genialste 
seiner Vorkämpfer, Friedrich List, bei zahlreichen 
Anlässen sich gegen seine Anwendung aussprachen, 
so kann man jedes ihrer damals gefallenen Worte für 
die damalige Zeit voll würdigen. Zu schützen galt es
	        
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