5. Ñap. Die Reichen und die Armen.
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Die Benennungen, mittelst deren die Reichen, die Armen und überhaupt
'k verschiedenen Volksklaffen in den verschiedenen Zeiten, Ländern und
prachen bezeichnet werden, geben zu interessanten Betrachtungen Anlaß,
btoeiíen liegt in den zur Bezeichnung der Reichen üblichen Ausdrücken ein
° ' in den auf die Armen zur Anwendung kommenden hingegen ein Tadel.
. ön denke nur an Ausdrücke, wie ,die hohe Gesellschaft', ,die Optimalen',
ļ tt8 gemeine Volk'. Indessen darf man den Worten keine übertriebene Be-
Hutung beilegen. Ein ehrender Ausdruck kann durch den Sprachgebrauch
"e üble Bedeutung erhalten, und umgekehrt.
Zwei Punkte müffen noch hervorgehoben werden. Zunächst muß man
^ gegenwärtig halten, daß die Arbeitenden nicht ausschließlich für eine
kö7°n zu arbeiten brauchen, sondern sehr wohl auch für viele thätig sein
Es ist bezüglich des sagen wir von zehn Unternehmern gemachten
Mnes gleichgiltig, ob hundert productive Arbeiter für jeden derselben aus-
arbeiten oder ob tausend für alle zehn thätig sind und jeder dieser
hat auf ein Zehntel der Leistungen des einzelnen Arbeiters Anspruch
We . iÖnnen bie ^beiter von denjenigen, für welche sie thätig sind, weit
Ņ^"nt, ja selbst in einem andern Lande leben und diesen nicht einmal dem
bekannt sein. Das übt auf das Einkommen derer, welche die
g te der Arbeit genießen, nicht den geringsten Einfluß aus. So haben viele
jhņ ^gland, in Frankreich, in Spanien und in Holland wohnende reiche Leute
bkj/^ dorsönlich vollständig unbekannte landwirtschaftliche und industrielle Ar-
^ in Indien, Aegypten, Tonking. auf den Antillen u. s. w. in ihren
echten.
£ önb ^ cnn man sich über die Bedeutung des Eigenthums in den civilisirten
SlDH* rn ííar werden will, so muß man eine volle Einsicht in das Verhältniß
>vese, ' Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben. In einem primitiven Gemein-
^deutet das Eigenthumsrecht nichts weiter als die Befugniß, über
^ifseî^ŗ verfügen; in einem höher entwickelten schließt es auch eine ge-
Schaft über Personen in sich. Man würde viele Mißverständnisse
şìàndx' Oblili man sich dazu bequemte, sobald man von civilisirten Zu-
be n ^ şbncht, die Ausdrucksweise Adam Smiths anzuwenden und die betreffen-
bet folgendermaßen zu definire» : .Jemand ist reich oder arm je nach
sich ^ . eri ^ e ^ er Arbeitsleistungen anderer, über welche er verfügt oder die er
^ ei1 tnverschaffen kann? In dieser Definition wird sowohl die Be-
ìhâìjArbeit anerkannt als die Thatsache betont, daß eine erfolgreiche
Nie^ ^ êit ohne Zuhilfenahme von Sachgütern nicht möglich ist. Es wird
biejçjJ 1 cu einfallen, Arbeiter aufzunehmen, wenn er nicht die Mittel hat,
* u entlohnen und ihnen das zur Gütererzeugung nothwendige Arbeits-
01 SU liefern.