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III. Buch. Die Verkeilung der Güter.
Arbeit Armand Julins 1 gebotenen Aufschlüsse über die wahrhaft unerwarte t
Besserung der materiellen Lage weiter Kreise der Arbeiter Belgiens, ü ja
eines Landes, welches von socialdemokratischer und christlich-socialistischer Şei e
mit Vorliebe als der Schauplatz der ärgsten Ausschreitungen der sogen, kapita
listischen Wirtschaftsordnung hingestellt zu werden pflegt. Julin hat näinl'w
auf Grund der Ergebnisse einer Enquete die von 24 verschiedenen 9 r c
gelernter Arbeiter der Stadt Brüstel im Jahre 1891 bezogenen Löhne t"
den von den Arbeitern derselben Zweige im Jahre 1846 vereinnahmten l
Vergleich gezogen, und es handelt sich dabei nicht um Berechnungen, "ş
nur eine kleine Anzahl privilegirter Arbeiter mit besonders hohen Ļählw
ins Auge fassen, sondern um den von der großen Mehrheit der gelern t
Arbeiter Brüssels bezogenen Verdienst, da sich die Erhebungen auf die LoY^
Verhältnisse der Maurer, der Tischler, der Gerber, der Schmiede, der 0^
in Brüssel, als dem Sitze berühmter Hutmanufacturen, so zahlreichen 9"
mâcher und anderer zahlreichen Arbeiterkategorien erstrecken. Wie nun
Gegenüberstellung der Löhne der Jahre 1891 und 1846 ergibt, haben
dieselben für manche Kategorien von Arbeitern nahezu, für die übrigen, we
die große Mehrheit bilden, sogar mehr als verdoppelt. Die der Ma"^
z. B. sind von 1,70 auf 3,75 Francs, die der Hufschmiede bon J2 ^
4,50 Francs, die der Kunsttischler und der Bildhauer von 1,98 auf 5 Fr""^
die der Filzhutmacher von 2,25 auf 4,75 Francs, die der Strohhutma
von 1,80 auf 4,15 Francs, die der Tischler von 1,95 auf 3,80 Fra" ^
die der Uhrmacher von 2,20 auf 6 Francs gestiegen. Nun waren "
dings auch die Preise der Lebensbedürfniste, der Wohnungen u. s. ^
dem Jahre 1846 starken Aenderungen unterworfen, und es kann bei""^
mit Fug und Recht die Frage aufgeworfen werden, ob die Kaufkraft ^
erhöhten Löhne nicht etwa eine beträchtliche Einbuße erlitten habe. Äber a ^
auf diese Frage haben die Ergebnisse der hier in Rede stehenden k 11 ^
suchungen eine sehr befriedigende Antwort ertheilt. Man hat nämliw ^
Budget eines Bergarbeiters des großen Kohlenbeckens des Borinage h
Ausgangspunkt der betreffenden Berechnungen genommen und den Naw
geführt, daß, wenn man die Kaufkraft, welche der Lohn desselben ^
Jahre 1853 besaß, durch die Zahl 100 ausdrückt, diese Kaufkraft M
Jahre 1886 auf 125,12 und im Jahre 1891 auf 142,56 gehoben 0 *
So wird man denn nicht umhin können, den folgenden Worten 3" ^
eine weitgehende Berechtigung zuzuerkennen: ,Angesichts derartiger, 1
„riers-
1 Une enquête en Belgique sur les salaires, les prix et les budgets^» 1 ^ ^ (
in der.Réforme sociale' (Paris, 2. Semester 1892), Hefte vom 16. October ©• '
1. November S. 679 ff. und 16. November S. 756 ff.
2 A. a. O., Heft vom 16. November 1892 S. 767.