Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

370 III. Buch. Die Verkeilung der Güter. 
Jahre 1665 gegründete Spiegelmanufactur von St-Gobain (mit über <000 
Arbeitern), die Werke der Firma Schneider im Creusvt (Sabne-et-Lmre. u 
12 000 Arbeiter), die soeben genannten Kohlenminen von Blanzy und 
Färberei der Familie Gillet in Lyon (über 3000 Arbeiter). Die 9% ' 
in welcher Georges Picot bei dieser Preisvertheilung die Verdienste 
Eigenthümer dieser Unternehmungen schilderte, entwirft ein ansprechendes 
von den Leistungen, deren wahrhaft gerechte Unternehmer nur aus g» 
Willen für ihr Personal fähig sind *. 
So viel von der alten Heimat des Patronage, von Frankreich. 
Deutschland ist die Wohlfahrtsthätigkeit der Unternehmer in ihrer neue 
Form zwar im ganzen jüngern Datums, aber nichtsdestoweniger schon 
entwickelt, und auch hier ist ein steter Fortschritt auf dem Gebiete derse 
unverkennbar. Es kann zwar gegen eine große Anzahl von Unterneil 
der Vorwurf erhoben werden. daß sie eine beträchtliche Reihe von 
haben verstreichen lassen. bevor sie zu einer kräftigen Initiative g#?' 
sind und Bedeutendes geschaffen haben. Andererseits darf aber nicht uu^ 
acht gelassen werden, daß der Beginn des gewaltigen Aufschwunges. den 
großen deutschen Industriezweige genommen haben, kaum ein Menschen^ ^ 
hinter uns liegt, und daß in Deutschland wie auch in Oesterreich un 
andern Staaten vor dem Bekanntwerden der anderwärts geschaffenen ^ 
weiter gebildeten Wohlfahrtseinrichtungen vielfach eine in patriarchalischer' 
festen Form entbehrender Weise allsgeübte Fürsorge der Unternehmer 0 1 11 ^ 
Arbeiter stattfand. So war es z. B. üblich, daß die Herren den allen 
Leitern leichtere Beschäftigungen zuwiesen oder ihnen nach ihrem Erw, 
1 George* Picot, Rapport etc., in der .Réforme sociale* XXVII (16 ' ¡„i 
1894), 265 ss. Die Schneidersche Gesellschaft im Creusvt gibt auf den Arve» ^ 
Durchschnitt jährlich 186 Francs für Wohlfahrtseinrichtungen ans. d. h. ew ~ 
des durchschnittlichen Jahreslohnes, und verwendet jährlich 1 682 000 Francs ,1" ^ 
Zwecken. In St-Gobain datirt die Altersversorgung bereits seit der Grün « . 
Unternehmens. Im Creusvt wurde sie im Jahre 1877 eingeführt. In Blanz y ^ 
die Altersversorgungskasse ausschließlich von den Unternehmern unterhalten, ,„t 
Alterspensionen variiren zwischen 180 und 900 Francs. Ebendaselbst machte ^jc 
Jahre 1889 von 1000 Familien zu zahlende Miethe gerade so viel aus, ^1' 
Steuern, die Versicherungs- und die Unterhaltungskosten der Häuser davon v 
werden konnten. Ein Kapital von 2 393 912 Francs, das in den şşU 
trug also keine Zinsen. Auch die Schulen werden gänzlich von der Gesellschal 
halten. So handeln die grausamen Aktionäre von Montceaux-les-Mrnes. geg *,( 
Stellvertreter vor einigen Jahren die bekannte blutige Arbeiterrcvolte sta N ^ 
Gesellschaft hat sich dadurch von ihrem humanen Streben nicht abbringen lŞ ' 
sich das Vertrauen ihrer Leute gewonnen, indem sie die von ihr geschaffenen & 
einrichtungen der Verwaltung der Arbeiter übergab lind sich selbst nur die - 
der Administration vorbehielt.
	        
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