Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

I. Buch Production und Konsumtion. 
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Werkzeugen und Maschinen; 2. der Aufschwung der Naturwissenschaften und 
ihre Anwendung auf das Gebiet der Güterproduction: eine Thatsache, welche 
zur Folge gehabt hat, daß nicht mehr wie früher nur die Theologie, die 
Philosophie mit den darunter einbezogenen Fachern der Wissenschaft, die Juris 
prudenz und die Medicin gelehrte Berufe sind; 3. die Entwicklung ber Ver 
kehrsmittel, der Eisenbahnen, der Dampfschiffahrt, der Telegraphen u. s. w., 
welche eine gewaltige Steigerung des Handels und der Production von Aus 
fuhrartikeln für entfernte Absatzgebiete zur Folge hatte. 
Die Frage der technischen Ausbildung ist in der That etwas verwickelt 
und muß mit einer gewissen Sorgfalt geprüft werden. Zunächst haben wir 
die allgemeine Erziehung und Bildung von der Fachbildung zu 
unterscheiden. Die eine führt zu allgemein nützlichen, die andere zu speciellen 
Resultaten. Doch lassen sich diese beiden Arten der Erziehung nicht durch 
eine bestimmte Linie abgrenzen und müssen oft gemeinschaftlich vorgehen. Tie 
sittliche, physische und intellectuelle Entwicklung, welche allen gemeinschaftlich 
sein sollte, ist das Werk der allgemeinen Erziehung und vollzieht sich in Kirche, 
Schule und Haus, auf dem Spielplatz wie während des Unterrichts. 3" 
jedem civilisirten Gemeinwesen muß selbst bezüglich der allgemeinen Ausbildung, 
soweit es sich um die intellectuelle und die ästhetisch-gesellschaftliche Erziehung 
handelt, diejenige der untern, mittlern und obern Klassen unterschieden werden. 
Dementsprechend gibt es denn auch Volks-, Mittel- und Hochschulen. Für 
die große Masse der Bevölkerung sind die Volksschulen bestimmt, während die 
Zahl derjenigen, welchen die beiden andern Arten von Unterrichtsanstalten 
dienen sollen, eine verhältnißmäßig geringe ist. 
Diese allgemeine Erziehung und Ausbildung, die darauf abzielt, gute 
Menschen heranzubilden, ist die Grundlage der speciellen Erziehung für be 
sondere Berufsarten, ob nun die Betressenden gute Geistliche, Dsfiziere, Beamte 
oder ob sie tüchtige Landwirte, brauchbare Ackerkuechte u. dgl. oder ob sie 
endlich erfahrene Kaufleute, gewandte Ingenieure, verwendbare Vorarbeiter in 
Eisenwerken, Maurer. Maschinisten u. dgl. werden wollen. Ein gewisses Maß 
allgemeiner Ausbildung ist unbedingt nothwendig, und ein hoher Grad der 
selben überaus förderlich für Erfolge auf dem Gebiete des Specialunterrichts. 
Ein Bursche, welcher seine Hände und Augen gut zu brauchen weiß, mit 
gutem Gedächtniß und Verstand begabt ist, sich als gehorsam, ehrbar, fleißig, 
ausdauernd, als tüchtig im Lesen, Schreiben und Rechnen erweist, ist für die 
meisten untergeordneten Berufsarten gut ausgerüstet. Hat sich aber ein solcher 
noch weitere allgemein nützliche Kenntnisse erworben, so werden sie ihm an und 
für sich bei seinem Fortkommen nicht hinderlich, sondern vielmehr oftmals von 
Nutzen sein. Es ist constatirt worden, wie schnell diejenigen, welche eine 
höhere Allgemeinbildung genossen haben, sich die technischen Details bestimmter
	        
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