Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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I.  Buch.  Production  und  Consumtion.

befriedigenden  Beziehungen  zwischen  Arbeitgebern  und  Arbeitnehmern  beizumessen, ­
  die  es  mit  sich  bringen,  daß  die  letztern  an  dem  Wohlergehen  und
dem  Vermögenszuwachs  der  ersteru  kein  Interesse  haben.
5.  Die  nachtheiligen  folgen  für  die  Gesundheit,  welche  durch  die  unablässige ­
  Verrichttlng  einer  und  derselben  Art  Non  Arbeiten  entstehen  werden.
Dies  gilt  von  einer  bestimmten  Anzahl  von  Beschäftigungen  in  höherem  oder
geringerem  Grade.  Beispielsweise  sollten  die  in  den  Kupferschmelzereien,  Stahlschleifereien, ­
  chemischen  Fabriken  u.  s.  w.  beschäftigten  Arbeiter  vielleicht  nur
die  Hälfte  oder  sogar  nur  ein  Viertel  ihrer  Arbeitszeit  diesen  Beschäftigungen
widmen  und  sonst  anderweitig  verwendet  werden.  Bei  der  großen  Mehrheit
der  verschiedenen  Thätigkeitszweige  hat  indessen  die  ununterbrochene  Beschäftigung
mit  derselben  Arbeit  keine  so  Übeln  Folgen,  d.  h.  immer  unter  der  Voraussetzung, ­
  daß  die  geeigneten  Vorsichtsmaßregeln  getroffen  werden,  daß  also
den  sanitären  Gefahren,  die  mit  dem  Betriebe  eines  jeden  Productionszweiges
verbunden  sind,  durch  geeignete  Bekleidung,  sorgfältige  Reinhaltung  und  andere
Veranstaltungen  vorgebeugt  wird,  daß  man  niemand  zur  Arbeit  darin  zuläßt, ­
  dessen  körperliche  Constitution  nicht  dafür  geeignet  ist,  und  daß  die
Arbeitszeit  nicht  über  Gebühr  ausgedehnt  wird.  Bei  Nichtbeachtung  dieser
Vorsichtsmaßregeln  führt  die  Arbeitstheilung  zum  körperlichen  Verderben  zahlreicher ­
  Menschen.  Es  trägt  also  nicht  diese  selbst,  sondern  der  Mangel  der
dabei  zu  beobachtenden  Vorsicht  die  Schuld  an  der  Schädigung  des  körperlichen ­
  Wohlbefindens.
6.  Die  Abnahme  der  geistigen  Fähigkeiten.  Es  ist  behauptet  tvorden,
daß  jemand,  der  genöthigt  ist  als  einzige  Arbeit  eine  einförmige  mechanische
Beschäftigung  zu  verrichten,  der  z.  B.  Fäden  anstückeln,  Nadeln  glätten,
Namenszüge  aufdrücken  muß,  keine  angemessene  Verwendung  für  seine  geistigen
Fähigkeiten  finde  und  ein  wahrer  Automat  werde.  Nun  ist  es  allerdings
wahr,  daß  eine  weit  gehende  Arbeitstheilung  zu  gewissen  Zeiten  eine  Abnahme
der  intellektuellen  Fähigkeiten  der  Arbeiter  zur  Folge  gehabt  hat,  wie  dies
z.  B.  vor  fünfzig  Jahren  in  Lancashire  der  Fall  war.  Aber  daran  ist  die
Arbeitstheilung  selbst  nur  zum  kleinsten  Theile  schuld  gewesen;  der  Grund
dieser  traurigen  Erscheinungen  ist  vor  allem  in  den  unbefriedigenden  socialen
Beziehungen  zwischen  Arbeitgebern  und  Arbeitnehmern  zu  suchen.  Wir  werden
uns  mit  diesen  Beziehungen  im  III.  Buch  zu  beschäftigen  haben.  Hier  können
wir  uns  auf  die  Bemerkung  beschränken,  daß  da,  wo  das  Verhältniß  zwischen
Herren  und  Arbeitern  ein  gutes  ist,  die  letztern  durchaus  nicht  dem  traurigen
Lose  der  geistigen  Abstumpfung  zu  verfallen  brauchen.  Obgleich  Arbeiter,
welche  eine  einförmige  Beschäftigung  zu  verrichten  haben,  allerdings  auf  diese
nicht  stolz  sein  können,  wie  es  z.  B.  der  Bauer  auf  sein  wohl  bearbeitetes
Feld  und  der  Kunsttischler  auf  seine  Erzeugnisse  ist,  so  kann  doch  auch  ein
            
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