Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Die  gewerblichen  Zustände  im  i8.  Jahrhundert.

1  Eckaidt,  Livland  im  18.  Jahrhundert.  1,  S.  452.

7.  Die  gewerblichen  Zustände  im  achtzehnten
Jahrhundert.
Die  St.  Johannis-Gilde  in  Riga.  —  Ihre  Älterleute  seit  1612.  -  Betheiligung
der  Handwerker  am  städtischen  Regiment.  —  Die  Ämter  in  Riga,  Reval,  Dorpa
—  Missstände  in  Riga.  —  Missstände  in  Dorpat.  -  Die  Einführung  von  Zün
in  Russland  durch  Peter  den  Grossen.  —  Die  Stellung  Catharina  II.  zu
Ämtern  in  Riga.
So  blieb  denn  einstweilen  alles  beim  Alten,  und  auch  das  nun
kommende  Jahrhundert  unter  russischer  Herrschaft  wies  keine  namhaften ­
  Veränderungen  der  Gewerbeverfassung  auf.  Erfreute  sic
während  der  ersten  siebzig  Jahre  des  achtzehnten  Jahrhunderts  m
rigische  Stadtverfassung  eines  unveränderten,  nirgend  beeinträchtigten ­
  Fortbestandes  h  so  galt  das  gleiche  für  die  Ordnung  ®
Handwerkerverhältnisse.  Nur  der  Unterschied  machte  sich  gelten
dass  während  man  mit  der  ersteren  alle  Ursache  hatte  zufrie  en
zu  sein,  in  der  letzteren  sich  viele  Unzuträglichkeiten  eingeschlichen
hatten,  die  seit  lange  gebieterisch  Abstellung  forderten.
Wie  schon  aus  den  vorhergehenden  Schilderungen  bekannt,
bildeten  sämmtliche  deutsche  Handwerker  die  sogen,  kleine  oder
St.  Johannis-Gilde.  Nur  die  Uhrmacher  und  Goldschmiede  gehörten
als  Künstler  der  grossen  Gilde  an.  Die  Verfassung  der  kkitm^
Gilde  war  dieselbe  wie  in  den  Ämtern.  Die  Aufnahme  m
Korporation  knüpfte  sich  an  den  Nachweis  der  ehelichen  Geburt,
evangelischer  Konfession,  deutscher  Herkunft,  der  ordnungsmässige
Erlernung  des  Gewerbes  u.  s.  w.  Den  Vorstand  bildeten  ein  Alt«  ^
mann  und  zwei  Beisitzer  und  die  sogen.  Ältestenbank  wurde  aU
gewählten  Vertretern  der  einzelnen  zur  Gilde  gehörenden  Ämternvermuthlich
  in  erster  Linie  deren  Ältermänner  oder  Beisitze  -
zusammengesetzt.  ^
Die  Lage  der  kleinen  Gildestube  ist  sehr  wahrscheinlich  an
derjenigen  Stätte  zu  suchen,  auf  der  sie  sich  heute  befindet.
Angabe,  dass  sie  sich  in  oder  nahe  der  „hinkende  scroder  strate^
befunden  hätte,  mag  noch  angeführt  werden.  Auch  wissen
aus  den  ältesten  Aufzeichnungen  der  kleinen  Gilde,  dass  zu
des  vierzehnten  Jahrhunderts  bereits  langwährende  Streitigkeit^^
mit  den  Nachbarn  der  Gilde,  den  Franziskanern  zu  St.  Kathariu
            
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