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Alt-Kij^as gewerbliches Leben.
unentbehrliche Wasser aus dem Rigefluss entnehmend, während
das vor der vSchalpforte belegene auf die Düna angewiesen gewesen
sein muss. Die Lage des Gerberhauses vor der Sandpforte war
„zur linken Hand, wenn man zum Th ore hinausgeht, gleich am
Thurm“. Demnach scheint es mit den gleichfalls in jener Gegend
befindlichen Gerberhäusern der Schuhmacher und Reiter nicht iden
tisch. Dieses, sowie das vor der Schalpforte belegene, die beide
als „gher/mss“ schlechthin oder als „doums cerdonnnd^ bezeichnet
werden, können die für die Lohgerber bestimmten Baulichkeiten
gewesen sein. Das Gerberhaus der Beiter stand gleichzeitig den
Schuhmachern offen, obwohl diese ausserdem ihr eigenes Haus
besassen. Es heisst aber in einer Inscription von 1493 ausdrücklich
.^dat beiter ger/ms imde der schouiaker gerhus hehben imde mögen
briikeii de schomaker des jares beyde vor 8 morc^‘‘ h Vermuth-
lich waren die Gerberhäuser gleichzeitig Lohmühlen, die sonst gar
nicht erwähnt werden, kaum aber wie in Hamburg''die Stätte, wo
Leder verkauft wurde. Aus der inneren Einrichtung sind die
Kessel hervorzuheben, die von erheblicher Grösse waren, im Hause
vor der Schalpforte drei Bonnen, im Gerberhaus der Schuhmacher
2 Tonnen Inhalt fassten. Die Gebäude gehörten der Stadt und
waren theils an die genannten Ämter, theils an Einzelne verpachtet,
die alsdann als Vertreter des Amts angesehen wurden. Die Pacht
zinse unterlagen im Laufe der Jahre mehrfachen Veränderungen
mit der unverkennbaren Tendenz zu einer Steigerung. Für das
Gerberhaus vor der Schalpforte sind 1334—1344 4V2 Mark zu zahlen*,
und dieser Betrag scheint bis 1377 (^l^r gleiche geblieben zu sein.
Dann wird er auf 6 Mark erhöht. Übrigens lauten die beiden auf
dieses Jahr sich beziehenden Beiträge abweichend, der eine auf 4'/%,
der andere auf 6 Mark*. Um 1484 zahlte Jacob Jacobson, dem es
verpachtet worden war, 16 Mark'* und zu Anfang des 16. Jahr
hunderts warf das mittlerweile wie es scheint in einen kräftigen
Mauerbau verwandelte Haus 20 Mark jährlich ah’*. — Die Beiter
entrichteten für ihr Gerberhaus im 14. Jahrhundert nur i Mark
jährlich, wurden gegen Ende desselben auf 2 Mark und zu Beginn
des 16. Jahrhunderts auf 4 Mark gesteigert®. — Über die Höhe
* Napiersky, libri redituum III, S. 233.
2 Napiersky, lib. red. I, 292; II, 32.
3 Napiersky, a. a. O. II, 148 und 672.
4 Napiersky, a. a. O. III, 234.
3 Napiersky, a. a. Oi III, 229.
<■' Napiersky, a. a. O. I, 103; II, 310; II, 542; III, 232.