Full text: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Alt-Rigas gewerbliches Leben. 
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des von den Schuhmachern tür die Benutzung des Gerberhauses 
gezahlten Beträge kann man kein klares Bild gewinnen. Die 
i Schuster sollen im vierzehnten Jahrhundert 2 Mark jährlich zahlen 
aber nach Einträgen in dasselbe Liber redituum zahlt jeder von 
ihnen 18 Ore, bzw. V2 Mark*. Bezieht sich diese Angabe auf das 
selbe Gerberhaus — es wird als das Haus „trans Rygam^ oder 
„ultra Rigam^ bezeichnet — so können nur 4 oder 5 Schuhmacher 
es benutzt haben, was nicht gerade sehr wahrscheinlich ist. Im 
Jahre 1404 einigt das Schusteramt sich mit den Stadtkämmerern 
für das Gerberhaus, das vor der Sandpforte lag (retro fornacem 
ceme7iti m oppositum stupe arefie)^^ auf einen Jahreszins von 
3 Mark, und es wird wohl dasselbe Gebäude gemeint sein — der scho- 
Utaker gerküss by der Righe na der sandtporteti — wenn sie sich im 
Beginne des sechszehnten Jahrhunderts zu 8 Mark Jahreszins ver 
stehen müssen Dagegen muss es ein anderes Gerberhaus gewesen 
sein — wenn auch „vor der santporteti^ belegen — das 1509 an 
Heinrich Wyneke und seine Ehefrau für 20 Mark verpachtet wird*. — 
Von einer Abgabe der Gerber selbst ist überall nicht die Rede. 
Bür das Bauwesen waren die Kalkresen, die Kalköfen und 
^'Ggelhütten bestimmt. Ein Kalkresen war ein zum Behuf des 
Kalkbrennens schichtweise aufgesetzter Rost von Kalksteinen und 
Holz. Sie kommen aber nur in älterer Zeit mehrfach innerhalb 
der Stadt vor. So findet sich in der Mitte des vierzehnten Jahr 
hunderts einer in der Schmiedestrasse, ein zweiter bei der St. Petri 
kirche in der „hinkende scroders strate“, ein dritter in nicht näher 
bestimmbarer Oertlichkeit®. Nach 1349 wird nur noch ein Mal ein 
Grundstück mit diesem Namen genannt ^ und später kommt die 
Bezeichnung gar nicht mehr vor. Kalköfen werden bereits 1226, 
als Wilhelm, Bischof von Modena, die (Grenzen der rigischen Stadt- 
itiark bestimmt, erwähnt®, und vor dem Jahre 1330 besass die Stadt 
^>nen solchen Ofen in der (hegend des jetzigen Schlosses®. Auch 
später, 1386 und 1404, blieben die Kalköfen städtische Anstalten, 
^ Napiersky, a. a. O. II, 101. 
* Napiersky II, 210 u. 491. ' 
® Napiersky II, 605. 
^ Napiersky III, 233. ' \ 
* Napiersky III, 267. 
*’ Napiersky, Lib. red. s. D. Kalcrese. 
Napiersky, a. a. O. II, 338. 
® L.-R.-C. Urk. I, Nr. 78. 
•* Bunge, Stadt Riga S. 193.
	        
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