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Grosse Gilde.
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5' Dann fragen die Dockenmännere und sprechen: „Liebe
Eltisten, wann sich die Hernn Literleut und Eltisten über des
''^ortführenden Altermans Proposition beredet hetten, das wollen
den Hern der HruderschafFt entdecken, das Unsere wollen wir
hierjegen ihnen auch nicht verhalten.“
6. Wann nun also der eine dem andern Bericht gethan, so
^^Gtten die beiden Eltisten mit den Dockenmännern fur den H.
^Iterman und die sembtliche Eltisten und referiren, was die Hrüdere
einen jeden Punct sich beredet und einzubringen beschlossen
inn Anhörung der Dockenmänner, so dabey stehen, und
ganczen Gemeine.
7- Der Alterman musz zu allen Zeiten auch der Küchenbruder
Meinung abfürdern; inn Anmerckung, dasz dieselbe so viel gilt,
einsz Bruders Meinung inn gemeinen Rahtschlägen; sonsten
der Altermanszwähll gilt Mann für Mann ebenmessig, wenn
% Wey ich ist in einer Meinung, das man stimmet, gelten allen
' dnimen gleich, Mann für Mann, nach dem Alten.
8. Es ist aber inn Acht zunehmen, wan die Meinung derer
der Docken der Elterleut und Eltisten Meinung uberwigt, wann
'^^elbe inn billichen Rationibus bestehet, so müssen die Elterleute
Eltisten der Bruder Meinung folgen.
9« Wann dann der Bruder und Küchenbrüder Meinung vom
^^trnanne ist eingenommen, so spricht der H. Alterman, es soll
einem erbarnn Rahte fleissig furgetragen werden, damit
'^Iden sie von einander.
Io. Wenn man von der (7ildestuben gehet, so schic et c er
" Alterman nach dem andern, und thun ihnen von beiden
kundt, dasz sich beide Gildestuben beredet haben; ist es
^^en bdd^^:ksnadi d^woM^^nmd«UHemn
•■germeister und begeren, das Elterleut und Eltisfen fur den
mugen verstauet werden; wenn solches nachgegeben, und ehe
" f^Lir den Raht tritt, so referiret der kleine Stube der grossen,
"'geschlossen, und vergleichen sich beide eine einhellige Meinung
'^»)ringen, welche dann alle Zeit der H. Alterman vonn der
Stuben einem erbarn Rahte referiren thutt, und seint also
ilie Gebreuche der Gildestuben.
Ach (iott all unser Thun regier.
Das es gereich zu deiner Ehr.