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Tischler.
124. Tischler.
Bemühungen zur Erlangung eines Schragens
vom Jahre 1535 —4i-
Lade des Tischleramts in Riga, Meister-Buch des Ambls derer Tischb^f'
Anno 1^41 bis cm. hoch, 16 cm. breit. Die Aufschrift in Goldbuchsta
in einem goldenen Kranze. S. i—5.
Demnach unser löbliches Tischlerambt nöthig befunden
buch, darin der Meister Nahmen geschrieben werden, errichten»
zumahln die alten Bücher sehr unordentlich geführet auch berei
gefüllet gewesen, so ist beliebet der ersten elff Meister Nahm
als Stiffter unseres Ambtes allhier zum Gedachtnüss oben nnz
setzen und, soviel möglich, deren Nachfolger biss au ff unss jetzig
Zeit lebende Meister in behörige Ordnung zu stellen, welches
Altermann Hans Schnoor und Conrad Köhne nebst Christ
Eger Beysitzern aufgetragen worden, die nach genauer ^
lesung der alten nieder- oder platteütschen Schrifift befunden,
die Fundatores unsers Ambts angeführet, wie die 1 ischler
Anbegin dieser wehrten Stadt Riga biss 1535 ohne Regiment g^
lebet, indehm ein Jeder nach eigenen Gefallen vor sich gear >e ^
auch Gesellen und Jungen gehalten hätte, er möchte dass ^
wergk recht erlernet gehabt haben oder nicht, wieder solche Bt
hätten sie auch nichtes bey der Origkeit zu erhalten vermocht»
dem Ende wären sie zusammengetreten und sich bemühet
Brieffe und Cieschäncke copirliche Schrägen vom Ambte <
Reval zu erhalten, welches Revalsche Ambt ihre Schräge’^
groszen Kosten von Lübeck geholet gehabt; darauflf hatte
dachtes Ambt sich erbothen, wann ein Meister dahin gesand
wolde selbiges aus brüder- und nachtbarlicher Liebe die
abfolgen lassen ; so dan wäre der Meister Peter Rauer mit
Pferd und Schlitten versehen nach Reval gereiset und die
in Copia abgeholet; die Unkosten hätten sich aui 50 Marek ^ ‘
ligen Geldes betragen; nach deren Erhalten hätten sie sechs
bey den ehrsamen Rathe umb die Confirmation angch^^^^^
Anno 1541 hätten sie dem ehrsamen Rathe ein Contoit»
70 Marek gekostet hätte, vorehret; darauf wären sie mi|
Schrägen mittelst derer Herren Ambsherren Paulus KlÖcks
' . 1 5.
1 Patroclus Klocke, Böthführ, Die Rigische Rathslinie, Nr. 443
284 u. 308, 31.