fullscreen: Neueste Zeit (Abt. 3)

Zweites Kapitel. 
Die Spätromantik. 
Rufen wir uns, ehe die Erzählung in der Geschichte der 
Romantik fortschreitet, eine in Einzelheiten schon hier und da 
angedeutete Gedankenreihe nochmals mit zwei Worten ins 
Gedächtnis. 
Extremer Subjektivismus, Frühromantik: — man kann 
sie: wohl kurz mit dem Namen Mystik bezeichnen. Aber irr— 
tümlich würde es sein, daraus ihre Unfruchtbarkeit ableiten 
zu wollen. Was gibt es, ließe sich sagen, in fortgeschritteneren 
Zeiten schließlich für ein fruchtbareres Prinzip zur Erkenntnis 
der Dinge und zur Herrschaft über sie, als sich, wie es nur 
in mystischer Vereinigung möglich ist, mit ihnen in Eins zu 
setzen? Das Ergebnis eines solchen Verfahrens ist dann aller⸗ 
dings sicherlich nicht Wissen, sondern Ahnen, nicht Erkenntnis, 
sondern Hypothese: als heuristisch kommt es vor allem in Be— 
tracht. Indes, wenn wir die Wahrheit immer zu suchen und 
nie zu erreichen bestimmt sind: ist da mit einem solchen Er—⸗ 
gebnis am Ende nicht viel, wenn nicht das Höchste gewonnen? 
Unzählig jedenfalls sind die Anregungen, die von der Früh— 
romantik ausgegangen sind auf alle Gebiete des Lebens, und eben 
auf die dem ersten Anschein nach mystischem Trieb und Treiben 
am wenigsten verwandten: vor allem in der Wissenschaft und selbst 
in der Politik werden wir ihnen noch begegnen. Und fortgewährt 
haben sie zäh durch die ganze erste Periode des Subjektivismus,
	        
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