Full text: Leben und Lehre des Buddha

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VII. Die Gemeinde und der Kultus. 
vasatba-Feier, zu einer bloßen Form herab, da alle Differenzen 
schon vorher ausgetragen wurden. 
Das war alles, was man in alter Zeit Kultus nennen konnte. 
Schon sehr früh scheint sich aber ein Reliquiendienst und die Ver 
ehrung heiliger Stätten herausgebildet zu haben. Im Maba- 
parinibbänasntta gibt Buddha selbst dem Änanda vier Stätten 
an, die für einen gläubigen Mann aus guter Familie sehenswert 
und herzbewegend seien: der Ort, wo der Buddha geboren wurde, 
wo er die Erleuchtung erlangte, wo er zuerst das vorzüglichste 
Rad des Gesetzes in Bewegung setzte (d. h. wo er zuerst gepredigt 
hat, S. 27), und wo er ins Pariuirväua eingegangen ist. Zu 
diesen Orten sollen die gläubigen Mönche und Nonnen, Laien und 
Laienschwestern gehen, und allen, die auf einer solchen Pilgerfahrt 
reinen Herzens sterben, wird verheißen, daß sie nach Auflösung 
des Leibes jenseits des Todes im Himmel wiedergeboren werden. 
Dasselbe 8utta erzählt, daß nach Buddhas Tode die zum Bud 
dhismus sich bekennenden Könige, Adelsgeschlechter und einzelne 
Geistliche Boten zu den Mallas schickten und einen Teil seines 
Körpers als Andenken verlangten. Die Mallas schlugen ihnen aber 
die Bitte ab, weil der Herr in ihrem Gebiete gestorben sei. Um 
Streit zu vermeiden, wußte der Brahmane vrona die Mallas zu 
bewegen, die Reliquien Buddhas in acht Teile zu zerlegen und 
jedem der Bittenden einen Teil zu übergeben, vrona selbst be 
kam den Wasserkrug Buddhas, und die Mauryas von Pipphali- 
vana, bereit Bote erst nach der Verteilung ankam, die Kohlen, 
auf denen Buddha verbrannt worden war. Alle errichteten über 
ihren Reliquien ein Monument aus Steinen und Erde, einen 
Stupa, Pali Thupa (woher „Tope“) und feierten ihnen zu 
Ehren ein Fest. Ein Stupa braucht nicht immer Reliquien zu ent 
halten. Der Hügel allein dient schon zum Andenken an irgendeine 
Person oder ein Ereignis. Werden in ihn Reliquien gelegt, so heißt 
dieser Raum im Innern, der sie einschließt, Dbätugarbha, Pali 
Dhätugabbba, „Reliquienbehälter". Daraus ist im Singhale- 
sischen v 8 g a b a entstanden, wonach wir von einem v a g o b e sprechen. 
Irrtümlich werden Tope und Dagobe oft einander gleichgesetzt. 
Der Reliquiendienst trat später im Buddhismus ganz an die 
Stelle unseres Gottesdienstes und ist zu üppiger Blüte gelangt. 
Besonders berühmt ist der Angenzahn Buddhas, über den ein 
eigenes Werk handelt. Später wurden auch Bilder des Buddha 
angefertigt, zu denen im nördlichen Buddhismus die der Pratye-
	        
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