thumbs: Die Volkswirthschaftslehre

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§ 97. Stetigkeit der Preise. 201 
werden, nur drei Fälle möglich. Entweder trifft die Taxe mit 
jenen maßgebenden Kosten zusammen und bestimmt alsdann 
oben etwas, >vas bei völlig unbehinderter und hinlänglich starker 
Concurrenz auch ohne sie erreicht werden würde, oder sie ist zu 
hoch und wirkt demnach vertheuernd, oder sie ist zu niedrig und 
beeinträchtigt nun umgekehrt die Producenten, beziehentlich anch 
die Qualität der Production. Außerdem kommt hinzu, daß die 
meisten Taxen, z. B. Brod- und Fleischtaxen re., seitens der 
Verkäufer durch ausschließliches Feilbieten geringer Waare, je 
nach der äußerlichen Erkennbarkeit der bei dieser möglichen Güte- 
unterschiede, mehr oder weniger leicht szu umgehen sind, und 
wenigstens die feinere Abstufung der Preise nach der verschiedenen 
Waarengüte verhindern., 
In weniger weit vorgeschrittener Zeit sind endlich die Tausch 
fälle , bei denen keine rechte Freiheit der Concurrenz stattfindet, 
weit häufiger als auf den höhereil Kulturstufen, woraus es sich 
von selbst erklärt, weshalb während letzterer die obrigkeitliche 
Feststellung taxirter Preise zunehmend entbehrlicher wird und 
nur noch für die selteneren Fälle nothwendig bleibt, in denen 
die Concurrenz unter den Ausbietenden durch Privilegien ec. 
thatsächlich ausgeschlossen ist, oder im gemeinwirthschaftlichen 
Interesse nicht unbeschränkt gelassen werden kann. Uebrigens sind 
anfänglich Preisbeschränkungen durch Taxen namentlich in durch 
Mißernten verursachten Theuernngszeiten zur Verhinderung 
ferneren Stcigens der „freien" Preise und nachher überhaupt 
zur Bekämpfung unvermeidlicher Monopol- und Nothpreise, sowie 
zur Verhütung beginnender Preisvcründernngen versucht lvorden, 
wogegen später Taxpreise, z. B. in Gebührentaxen für Amts- 
handlungen, in Post-, Fiaker- und Packträgertaxen, in Tarifen 
für Eisenbahnen, Fährstellen %., schließlich nur noch behufs 
Erleichterung des allgemeinen Verkehrs und zum Ersatz für sich 
nicht von selbst bildende feste Preise festgestellt zu werden pflegen.
	        
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