thumbs: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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III. HÄTJPTTEXL. 
Wohnung beschafft werden. Davon wurden 142 ledige 
Personen und 15 Familien in der Landwirtschaft unter 
gebracht. 
Das bestehende System der Übernahme und Weiter 
leitung der Flüchtlinge im Groben durch Errichtung von 
Sammellagern auf eine neue Basis zu stellen, war die 
Reichszentralstelle nicht in der Lage. Aufgabe der Reichs 
regierung wäre es gewesen, das ganze Problem der Auf 
nahme der Elsaß-Lothringer in anderer Weise anzufassen. 
Man scheute wohl vor allem die großen Kosten. Man 
hoffte, daß sich die Vertriebenen selbst weitei'helfen wür 
den. Und wo sich dies als unmöglich erweisen sollte, 
konnte man ja mit Unterstützungen im Einzelfall helfen. 
Wir werden sehen, daß diese Art des Vorgehens bei 
sicherlich gleichen Kosten eine Unmenge von Kräften in 
den Flüchtlingen lahmgelegt hat. 
So hat die staatliche Übernahme der Flüchtlinge nur 
einer kurzen vorübergehenden Fürsorge für die Notleiden 
den und ihrer Weiterleitung gedient. Diese Tätigkeit ist 
heute auf ein Mindestmaß gesunken, wie sich aus der 
Tatsache ergibt, daß heute nur noch verhältnismäßig wenig 
Elsaß-Lothringer nach Deutschland einwandern. Auf dem 
ihr zugewiesenen Gebiet hat die Reichszentralstelle mit 
ihren Übernahmestellen eine sehr intensive Tätigkeit ent 
wickelt. Abgesehen von der Ausfertigung von Flüchtlings 
ausweisen an alle Vertriebenen und deren Beratung konnte 
sie immerhin in einzelnen Fällen durch ihren Arbeits 
nachweis Dienste leisten, vor allem aber hat sie eine 
große Zahl von kleinen Unterstützungen ausgezahlt. Seit 
ihrem Bestehen hat sie durch ihre Übernahmestellen bis 
Ende August 1920: 
24479 Unterstützungen im Gesamtwert von 832039 M. 
ausgezahlt. Durchschnittlich betrugen also die von ihr 
gezahlten Unterstützungen; 35 M. Der Charakter eines 
Zehrgeldes spricht aus der Höhe dieser Summe. Ein sol 
ches sollte es ja auch nur sein.
	        
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