Full text: Die Volkswirthschaftslehre

§ 102. 103. @clb. 
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barsten Hauptproducte der inländischen Production, und bei 
lebhafter werdendem Tauschverkehr mit anderen Völkern die 
wichtigsten Gegenstände der Ein- und Ausfuhr als Geld, z. B. 
also haltbarere Früchte wie Datteln sc., Thicrfelle, Vieh, Bretter 
(in Chili), Theeziegel (in Hochasien), Elfenbein, Salz (im inneren 
Afrika), Eisenstreifen (im Pango-Lande an der Westküste von 
Afrika) ec. Daneben entsteht schon frühzeitig aus dem auf den 
niederen Kulturstufen gleichförmigeren und äußerst beliebten 
Schmucke das Metallgeld und das Muschelgeld. Als letzteres 
werden namentlich die Kauris oder Kurdi (Cypraea moneta) in 
Asien und Afrika gebraucht. 
Die gleichzeitige Benutzung von mehrerlei Geldgütern neben 
einander wird theils durch den Verkehr zwischen Völkern, welche 
verschiedene Giitcr als Geld gebrauchen, theils durch das Be 
dürfniß herbeigeführt, für ungleich große Zahlungen auch ungleich 
werthige Tauschmittel zu verwenden, z. B. neben Silber für 
kleine Zahlungen Muscheln oder Kupfer, für große Zahlungen 
Gold. Zum hauptsächlichsten und endlichen Werthsmaßstabe kann 
jedoch deshalb stets nur eine einzige Geldart dienen, weil das 
gegenseitige Werthsverhältniß zweier verschiedener Geldwaaren 
niemals dauernd ein ganz gleiches bleibt. 
§ 103. 
Die beiden edlen Metalle, Gold und Silber, sind zum 
Gebrauche als Geld am geeignetsten wegen ihrer natürlichen 
Eigenschaften, ihrer gleichmäßigen Beschaffenheit, großen 
Dauerhaftigkeit und leichten Formbarkeit, sowie wegen der 
Höhe und Gleichmäßigkeit ihres Tauschwerthes. 
Gold aber ist ein kostbarerer und noch umlaufsfühigerer 
Gcldstoff als Silber. Ersteres entspricht deshalb dem 
Bedürfnisse der allerhöchsten Kulturstufen, wo größere 
Zahlungen zu leisten sind, und letzteres dagegen demjenigen 
der vorhergehenden Zeit besonders gut. 
Reines Gold und Silber sind durchaus gleichmäßig beschaffene 
Substanzen. Beide leiden weder durch atmosphärische Einflüsse 
noch im Wasser, und werden nicht durch Feuer vernichtet. Sie 
eignen sich daher besonders gut zur Hinterlegung von Werthen 
und verlieren beim Umlaufe wenig an Werth, zumal ihre Ab-
	        
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