Full text : Die Volkswirthschaftslehre

§  136.  Umsatzmittel.

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Die  aus  den  Universalbörsen  hervorgegangenen  Specialbörsen
aber  sind  entweder  sogenannte  Fondsbörsen,  welche  den  Hauptmarkt
  für  den  Handel  mit  Werthpapieren  und  Kredit  abgeben,
oder  sogenannte  Waarenbörsen,  die  sich  ihrerseits  wieder  in
gewöhnliche  Kaufmannsbörsen  und  in  getrennte  Börsen  für  Kornhandel ­
  rc.  sonderten.  An  allen  diesen  Börsen  werden  neben  den
baaren  Tagesgeschäften  Speculationen  in  Lieferungsgeschäften
(Speculationsgeschäfte)  gemacht,  di?  nicht  selten  zum  Börsenspiel
(zur  ,,Wette  auf  die  Conjunclur")  ausarten,  welches  sich  hauptsächlich ­
  auf  solche  Objecte  (z.  B.  manche  Staatspapiere  und
Aktien,  Getreide  rc.)  wirft,  deren  Werth  häufigen  und  starken
Schwankungen  unterliegt.
§  136.
Diese  Umsatzmittel,  deren  Wirksamkeit  durch  Alles
gesteigert  wird,  ivas  die  Benutzung  derselben  freier,  leichter
oder  sicherer  macht,  erleichtern  den  Güterninlauf  sowie  insbesondere ­
  das  Mitwerben,  indem  sie  das  Angebot  und  die
diesen!  gegenüberstehende  Nachfrage  concentriren,  dadurch
zugleich  das  jedesmal  zwischen  ersteren!  und  letzterer  stattfindende ­
  Verhältniß  zuverlässiger  erkennen  lassen,  und  somit
einerseits  das  Sichbegegnen  der  einander  entsprechenden
Tauschbedürfnisse,  andererseits  die  regelrechte  Bildung  von
Marktpreisen,  beziehentlich  die  Feststellung  von  weithin
maßgebenden  Weltinarktspreisen  begünstigen.
Jede  Concentration  des  Angebots  und  der  Nachfrage,  welche
an  sich  durch  die  Börseneinrichtungen  mit  vollkommensten  erzielt
wird,  erleichtert  schon  deshalb  den  Güterumlauf,  weil  dann  jeder
Verkäufer  leichter  Abnehmer  und  jeder  Käufer  leichter  die  von
ihm  gesuchte  Waare  aufzufinden  vermag.
Freier  wird  die  Benutzung  der  Umsatzmittel  namentlich
durch  Hinwegräumung  solcher  Hindernisse,  welche  das  Mitwerben
beengen.  Beschränkungen  des  letzteren  waren  in  den  älteren
Marktordnungen  gewöhnlich,  konnten  aber  etwa  nur  so  lange
einem  zeitlichen  Bedürfnisse  entsprechen,  als  thatsächlich  noch
keine  Bedingungen  für  das  Eintreten  einer  hinlänglich  starken
Concurrenz  bestanden.  Leichter  wird  ferner  die  Benutzung  der
Umsatzmittel  überhaupt  durch  alle  Maßnahmen,  welche  geeignet
sind,  Zeitverluste  und  Störungen  bei  Bewirkung  des  Waaren-Schober,
  VvlkS  Wirthschaftslehre.  3.  Aufl.  17
            
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