Full text: Die Volkswirthschaftslehre

262 Buch 4. Distribution der Güter. 
der Arbeitskraft re., zur fortgesetzten Wiederbenutzung für erwerbs- 
wirthschaftliche Zwecke unverkürzt zu erhalten gesucht »verden, 
weil sich sonst der Zustand der Wirthschaft und tu Folge hiervon 
deren künftige Ergiebigkeit verhältnißmäßig verschlechtern würde. 
Der letztere Theil des Ertrages hingegen, derjenige Ertragstheil 
also, welcher nach Ersatz der stattgehabten Vermögens-Opfer 
übrig bleibt, ergiebt den schließlichen Reinertrag (Nettoertrag) der 
Production und ist als solcher für den Producenten frei ver 
fügbar. 
Der^Ertrag der Production ist endlich schon deshalb in der 
Regel unter Mehrere zu vertheilen, weil zur gänzlichen Vollendung 
des Products meist vielerlei Producenten, sowohl Unternehmer 
als Lohnarbeiter, stufenweise zusammengewirkt haben, z. B. behufs 
Beschaffung eines Messers Alle, welche in der Eisengrube, im 
Eisenhammer, in der Messerschmiede, bei Gewinnung und Vor 
richtung des Materials für die Messerschale oder sonstwie durch 
persönliche und Vermögens-Opfer dafür mitwirkten. 
9 139. 
Einkommen samt also nur aus Wirth sch astlich er 
Thätigkeit hervorgehen mib sich aus der Summe der jeweilig 
neu producirten Güter ergeben, welche nicht Ersatz von 
Vermögen sind, wogegen die Einnahme sämmtliche Güter 
umfaßt, welche während eines bestimmten Zeitraumes neu 
in das Vermögen treten. 
Das Einkommen ist sonach derjenige Theil der innerhalb 
einer gewissen Zeit in Folge wirthschaftlicher Thätigkeit 
bezogenen Einnahmen, welcher seitens des Wirthschaftendett 
ohne Schmälerung des Stammvermögens zur Befriediguttg 
der eigetten Bedürfnisse oder sonsttvie beliebig verlvendet 
werden kann. 
Die Einnahme besteht in der Gesammtheit der Güter, welche 
während eines Zeitabschnittes, z. B. eines Jahres rc., in einer 
Wirthschaft überhaupt eingehen, entlveder producirt oder ohne 
besondere Gegenleistung, z. B. als Geschenk rc., empfangeit lverdert. 
Selbige enthält somit auch solche Güter, welche lediglich Ber- 
rnögensersatz oder wenigstens vom Standpunkte der Bolkswirth- 
schaft aus keine neuen Werthe sind, und bildet, insoweit sie der 
betreffenden Wirthschaft selbst entstammt, den Rohertrag dieser,
	        
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