Full text : Ueber die Möglichkeit einer volkswirthschaftlichen Harmonie

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und  verschiedenartiger  Natur;  die  wesentlichsten  von  ihnen
jedoch  sind  folgende:
1.  Die  mangelhafte  Erziehung  der  arbeitenden  Classen
gestattet  ihnen  nicht,  ihre  Rechte  zu  kennen  und  die  ihnen  gebührende ­
  Stellung  in  der  Volkswirthschaft  sich  zu  erklären.
In  einer  niedrigen  Culturstufe  lassen  sie  sich  in  der  Regel  geduldig ­
  ausheuten  ;  wird  aber  ihre  Lage  unerträglich,  so  nehmen
sie  zu  Excessen  ihre  Zuflucht.  Mit  dem  Fortschritt  der  Cultur,
mit  dem  Zunehmen  der  Bevölkerung  und  besonders  durch  das
Zusammenleben  in  grossen  Städten  bekommen  sie  eine  Ahnung
ihrer  verletzten  Rechte,  lassen  sich  dann  willig  durch  anmassende
  Utopisten  oder  durch  niedrige  Schmeichler,  welche
ihre  schlechten  Leidenschaften  zu  erregen  und  auszubeuten  verstehen, ­
  verleiten  und  verlangen  dann  Unmögliches.  Die  Mittel,
deren  sie  sich  zur  Erreichung  ihres  Zieles  bedienen,  sind  in
der  Regel  nicht  minder  verwerflich  als  dieses  selbst,  da  sie
sich  nicht  durch  die  Vernunft,  sondern  durch  die  Leidenschaft
leiten  lassen.  Und  wenn  sie  auch  wirklich  eine  vernünftige
Umgestaltung  der  bestehenden  Verhältnisse  im  Sinne  haben,
SO  läuft  doch  ihre  Handlungsweise  auf  den  Umsturz  des  Bestehenden ­
  hinaus.
2.  Die  Mittellosigkeit.  Der  Arbeiter  lebt  mit  dem
Tage.  Die  Lohnverhältnisse  erlauben  ihm  kaum,  seine  unentbehrlichsten ­
  Lebensbedürfnisse  zu  befriedigen.  Seine  Nahrung
ist  daher  schlecht  und  muss  auch  die  dafür  geleistete  Arbeit
schlecht  sein,  denn  ohne  eine  kräftige  Nahrung  ist  auch  keine
kräftige  Arbeit  möglich.  Fehlt  dem  Arbeiter  der  tägliche  Erwerb, ­
  so  muss  er  die  öffentliche  Wohlthätigkeit  in  Anspruch
nehmen  oder  er  verhungert.
Der  Arbeiter  hat  einen  sehr  beschränkten  Wirkungskreis
für  seine  Thätigkeit;  cs  wird  ihm  sehr  erschwert,  von  einem
Gewerbe  oder  Arbeitszweige  zum  anderen  überzugehen  ;  er  ist
aber  auch  gewöhnlich  nicht  in  der  Lage,  dahin  auszuwandern,
wo  er  seine  Kräfte  oder  seine  Kenntnisse  besser  verwerthen
könnte.
            
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