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Ten Schlüssel zum richtigen Verständnisse des geologischen Baues
dieser ganzen Gegend bildet die Ortschaft Ropa selbst. Um den sehr kom-
plicirten Bau dieser Gegend kennen zu lernen, wird es am zweckmäßigsten
sein, wenn wir einige Durchschnitte in den verschiedensten Richtungen
durchstudiren und nachher alle gewonnenen Taten in ein Ganzes zusam
menstellen.
In dem Punkte wo die Grybüw-Gorlicer Straße sich dem Flusse
nähert, befinden wir uns in der Thalsohle am s. g. „Blich" wo gegen
wärtig zwei Schächte des Herrn Dr. Fedorowicz angelegt sind. Auf der
ganzen Strecke zwischen der Mündung des Helm-Baches und der Tampf-
Brettsäge, finden wir an allen Thalwänden, so wie auch im Flußbette
selbst die unteren Ropianka-Schichten anstehend. Jene typischen, graugrünen,
krummschaligen, schieferigen Sandsteine mit weißen Kalkspathadern, bilden
hier steile, mehr oder weniger in 9h fallende Schichten.
Schon auf diesem kleinen Raume beobachtet man eine große Un
regelmäßigkeit im Schichtenbaue, indem dieselben sich einige male biegen,
das Fallen und Streichen oft ändern, und sogar einige Verwerfungen und
Verschiebungen aufweisen. Trotzdem kann man doch constatiren, daß das
allgemeine prävalirende Streichen der Schichten ein RWW. ist.
Um unsere Beschreibung dieser Schichten zu ergänzen, müssen wir
noch hinzufügen, daß wir an der Oberfläche der strzolkaartigen Gesteine,
sowohl jetzt, wie schon friiher vor einigen Jahren Jnoceramen-Bruchstücke
fanden. Man sieht hier außerdem zahlreiche Hieroglyphen, Ll-Striche,
Abdrücke von Fucoiden Blasentange, ferner s. g. Nermenteliten u. s. w.
Nebst der typischen Strzolka sind hier noch andere Gesteine vor Allen
aber dunkle, mergelige Schiefer und was noch wichtiger ist, dickbänkigc,
zerklüftete, naphtaführcnde Sandsteine, in Wechsellagcrung mit echter
Strzolka.
Wenn wir uns eine senkrechte Linie auf den Lauf des Flusses denken,
und wenn wir nun den Durchschnitt längs dieser Linie zu beiden Seiten
bo,-> Flusses studiren, um zu erkennen, zu welcher tektonischen Form die
unteren Ropianka-iLchichten am Blich und der Umgebung derselben zu zählen
sind, so bemerken wir folgendes:
Alls der rechten eeite des Ropa-Flusses sehen wir am Abhange des
hysa-Berges bis zu einer beträchtlichen Höhe die rothen Thone in einer
mächtigen Entwickelung mit dem Fallen gegen NO. An der Stelle, die
ans der Generalstabskarte mit der Höhencote 428 bezeichnet ist, zeigen sich
mitten in den rothen Thonen Nummnliten-Sandsteine in concordanter
Lagerung. Ihre Mächtigkeit ist verhältnißmäßig gering; sie beträgt
stellenweise höchstens 15 m. Auf dem Nummuliten-Sandstein erscheinen
wieder die rothen Thone, hernach concordant dickbänkige, bald grob bald