ahnten, daß die Gesellschaft dem Zusammenbruch ent-
gegensteuerte, Im Laufe der Versammlung wurden die
Verhandlungen immer erregter, schließlich wurden die
Türen offengelassen, und Leute, die mit der Versamm-
lung gar nichts zu tun hatten, sondern nur in Sherry's
Hotel zu Abend gegessen hatten, hörten zu und misch-
ten sich in die Diskussion, gänzlich Unbeteiligte stie-
gen auf Stühle und brüllten ins Zimmer, so daß die
Szene schließlich einem Tollhaus ähnelte. Inzwischen
gingen aber verschiedene Leute zu der nahegelegenen
Night and Day Bank und reichten. Schecks ein, um ihre
Einlagen in der Knickerbocker zurückzuziehen.
Am nächsten Morgen stand tatsächlich eine
Schlange von Menschen vor dem Gebäude der Knicker-
bocker an der Ecke 34th Street und Fifth Avenue —
und an ihrer Spitze ein Beauftragter der Night and
Day Bank. Er hatte ein dickes Bündel Schecks in der
Hand, und alle paar Minuten kam ein Bote, um ihm
noch mehr zu übergeben. Dabei befand sich ein Scheck
der Trust Company of America über eine Million, Für
diese war seine Einlösung eine Angelegenheit, von der
Leben und Tod abhing, denn in ihrem Gebäude stauten
sich auch schon die Depositoren, die die Rückzahlung
ihrer Einlagen forderten.
An demselben Abend. an dem die Versammlung
der Knickerbocker-Direktoren getagt hatte, war Mor-
gan vom Lande in die Stadt gekommen. Sein eigenes
Haus war verschlossen, so übernachtete er bei seinem
Schwiegersohn Herbert L. Satterlee, dessen Wohnhaus
auf der einen Seite der sogenannten Bibliothek in der
36. Straße stand, während Morgans Haus auf der an-
deren Seite sich befand. Als Morgan sich am Vor-
mittag in seinem Büro einfand, suchten ihn John Magee
und G. I Boissevain im Auftrag des Direktoriums der
Knickerbocker auf, um ihn zu fragen, wie dieser Bank
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