Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

ahnten, daß die Gesellschaft dem Zusammenbruch ent- 
gegensteuerte, Im Laufe der Versammlung wurden die 
Verhandlungen immer erregter, schließlich wurden die 
Türen offengelassen, und Leute, die mit der Versamm- 
lung gar nichts zu tun hatten, sondern nur in Sherry's 
Hotel zu Abend gegessen hatten, hörten zu und misch- 
ten sich in die Diskussion, gänzlich Unbeteiligte stie- 
gen auf Stühle und brüllten ins Zimmer, so daß die 
Szene schließlich einem Tollhaus ähnelte. Inzwischen 
gingen aber verschiedene Leute zu der nahegelegenen 
Night and Day Bank und reichten. Schecks ein, um ihre 
Einlagen in der Knickerbocker zurückzuziehen. 
Am nächsten Morgen stand tatsächlich eine 
Schlange von Menschen vor dem Gebäude der Knicker- 
bocker an der Ecke 34th Street und Fifth Avenue — 
und an ihrer Spitze ein Beauftragter der Night and 
Day Bank. Er hatte ein dickes Bündel Schecks in der 
Hand, und alle paar Minuten kam ein Bote, um ihm 
noch mehr zu übergeben. Dabei befand sich ein Scheck 
der Trust Company of America über eine Million, Für 
diese war seine Einlösung eine Angelegenheit, von der 
Leben und Tod abhing, denn in ihrem Gebäude stauten 
sich auch schon die Depositoren, die die Rückzahlung 
ihrer Einlagen forderten. 
An demselben Abend. an dem die Versammlung 
der Knickerbocker-Direktoren getagt hatte, war Mor- 
gan vom Lande in die Stadt gekommen. Sein eigenes 
Haus war verschlossen, so übernachtete er bei seinem 
Schwiegersohn Herbert L. Satterlee, dessen Wohnhaus 
auf der einen Seite der sogenannten Bibliothek in der 
36. Straße stand, während Morgans Haus auf der an- 
deren Seite sich befand. Als Morgan sich am Vor- 
mittag in seinem Büro einfand, suchten ihn John Magee 
und G. I Boissevain im Auftrag des Direktoriums der 
Knickerbocker auf, um ihn zu fragen, wie dieser Bank 
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