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Oberhalb der Ortschaft Muszyna sind obere Hieroglyphen-Schichten
anstehend, sie fallen nordwärts, wenden sich aber gleich nachher bei Pow-
roènik gegen S. Statt der rothen, sieht man hier nur graue Thone in
schwacher Entwickelung.
Bis nach Powràik erstrecken sich die plattigen Hieroglyphen-Sand-
steine, und erst in dem Vereinigungspunkte des Muszynka- mit dem Kry-
nica-Bach weichen sie den Conglomeraten und später den dunklen Schiefern.
Auf der Grenze von Krynica und Powràik neben der großen Brücke
wird die Lagerungsweise regelmäßig 9 h F. gegen S., hier sieht man auch
Exhalationen der Kohlensäure aus deu Schichten.
Ueber das Alter dieser Schichten läßt sich nichts Positives sagen,
wahrscheinlich dürften wir da eine Vertretung des Oligocäns vor uns haben.
Neben dem Hotel Znamirowski zeigt sich ein kleiner Aufbruch der
Ropianka-Schichten, die hier Naphtaspuren zeigen. Die aus ihnen ent
springende sog. Apotheker-Quelle zeigt eine chemische Zusammensetzung, die
von der anderer Quellen wesentlich verschieden ist.
Das Hangende derselben d. i. die rothen Thone zeigen sich in einer
sehr schonen Entwickelung am kleinen Fahrpfade, der in den Wald führt.
Darauf kommen helle glaukonitführende Sandsteine, die den ganzen
Berg über dem Badhause zusammensetzen.
Neben der Turnanstalt finden wir schmutzig graue Thonschiefer und
Thoneisensteine, die den Cementeisensteinen in Wetdzirz ähnlich sind und
die wahrscheinlich eine locale Vertretung der Menilit-Schiefer darstellen.
Weiter bei der Wehre wiederholt sich dasselbe Profil. Wenn wir uns
aber jetzt von der Badeanstalt längs eines Bächleins nebendemHausedesHerrn
Dutkiewicz hinauf begeben, so erblicken wir zuerst am Kanal einen dickbänkigen,
zerklüfteten Sandstein, der gelblich verwittert und in 7 h gegen S. fällt.
Erst höher ist auch die echte Strzolka anstehend, die in ihrem Hangenden
conglomeratartigen Sandstein mit verkohlten Pflanzenresten zeigt. Die
Schichten streichen 12h, fallen gegen W., unweit davon aber 9 h N., welcher
Umstand auf die Anwesenheit einer steilen Antiklinale hinzuweisen scheint.
Auf dem Wege nach Solotwina entwickeln sich Thoneisensteine mit
N.-Fallen, in der Nähe von Sototwina selbst kommen wir auf junge
Schichten, aus denen Salzquellen entspringen.
Diese ganze Gegend ist durch zahlreiche locale Aufbrüche ausgezeichnet;
die Trachite durchbrechen vielfach die eocenen Schichten. Außer zahl
reichen Mineralquellen haben wir hier unweit von Tylicz auch Exhala
tionen von Kohlensäure. Wenn wir den Umstand berücksichtigen, daß
dieses ganze Terrain sehr arm an Kalk ist, so müssen wir zugeben, daß
alle diese Quellen und Exhalationen nicht den chemischen, sondern lediglich
den vulkanischen Kräften ihre Entstehung verdanken.