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Man darf annehmen, dass die gesamte Sprengstoff
produktion in Deutschland 40 Millionen kg beträgt.
Hiervon dürften etwa 10 Millionen auf Dynamitspreng
stoffe, 16 Millionen auf Ammoniaksalpetersprengstoffe
und 14 Millionen auf Schwarzpulver und andere Explo
sionsstoffe zu rechnen sein.*) Die Mehrausfuhr des
Deutschen Reiches an Sprengstoffen betrug im Jahre
1908 19 Millionen, im Jahre 1912 60 Millionen Mark.**)
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika wurde
die Sprengstofffabrikation für das Jahr 1905 zu 165 Mil
lionen kg angegeben. Inzwischen haben die Staaten
in dem Panamakanal, unter Verwendung von über
60 Millionen kg Dynamitsprengstoffen, die an Ort und
Stelle fabriziert wurden und mit einem Kostenaufwand
von 1700 Millionen Mark, eines der grössten Kultur
werke vollendet, dessen Durchführung in dem Culebra-
Einschnitt allein die Fortschaffung von 72 Millionen
Kubikmeter Felsmassen erforderte.
Die Weltproduktion darf heute auf 400 Millionen kg,
der zehnfachen Menge der deutschen Sprengstofferzeu-
gung, geschätzt werden.
*) In Deutschland wurden gefertigt:
Dynamitsprengstoffe Ammoniaksalpetersprengstoffe
kg kg
1867 ca. 11 000
1880 „ 1 900 000
1890 „ 4 938 000
1909 „ 8 000 000
1912 „ 10 000 000
}
0
nicht
erheblich
10 000 000
16 000 000
(W. Will. Ueber Sprengmittel, Wien, 1910. S. 15.)
**) Chem. Ind., 1913, 36. Protokoll der Hauptversammlung S. 71.
Lepsius: Deutschlands Chemische Industrie. 4