Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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weise  cļciO  es  aber  unter  den  Arbeitnehmern  zahlreiche  besonnene ­
  und  klardenkende  Elemente,  welche  einsahen,  daß  solche
Wege  die  denkbar  verfehltesten  sein  würden  und  daß  ein  Klassenkampf ­
  das  Schicksal  der  Stickerei  endgültig  besiegeln  müßte.
Man  konnte  schon  damals  nicht  im  Zweifel  sein  über  das
letztere.  Es  fehlte  darum  nicht  an  Stimmen,  welche  die  Befürchtuug
  äußerten,  die  ganze  Beweglmg  werde  aus  einen  sogenannten ­
  sozialistischen  Schwindel  hinauslaufen  und  im
besten  Falle  ein  frühes  Ende  finden,  nachdem  er  seinen  Trägern
und  den  andern  neuen  Schaden  zum  alten  zugefügt  hätte.
Immerhin  tauchten  hin  und  wieder  durchdachte  Drgauisatiou§-vorschläge
  auf,  welche  die  gesummten  Jnteressentengrnppen  umfaßten
  lind  Maßnahmen  zur  Beseitigung  der  Ueberprodnktion
durch  Regelung  der  Arbeitszeit  nnb  die  Einführung  eines
Lohnminimnms  befürworteten.
Bon  Seite  angesehener  Arbeitnehmer  im  St.  Gallischen
Bezirke  Werdenberg  wurden  dann  erste  dllrchgreifende  Schritte
gethan,  die  Sache  vom  Boden  im  Ganzeil  ziemlich  unfruchtbarer ­
  Zeitungs-Erörternngen,  welche  eher  eine  mehrere  epaW
tlllig  als  Einigung  in  den  Ideen  iiiid  Gemüthern  erregten,
alls  de»  Bvden  rnhiger  Berathmig  mid  frischer  Lhat  zn  verpflanzen. ­
  Am  9.  Dezember  1884  erschien  im  dortigen  Bezirksblatte ­
  ein  Aufruf  an  die  Stickmaschinenbesitzer  zu  einer  Berfanunluno
  ans  ben  14.  Wen  donata  im  Dorfe  Oiania.
Die  charakteristischen  Stellen  dieses  Aufrnfes  lauten:
„Besprechung  über  Erzielring  besserer  Lohn-  nnb  Arbeits-Verhältnisse.
  "
„Die  Situation  ist  derart,  daß  der  Arbeiter  kaum  mehr
existir'en  sann.  Trotzdem  schön  gearbeitete  Waare  noch  immer
##  nnb  m^'n  (??)  finbet,  nnrb  bein  9trbeiter  je
länger  je  mehr  der  Ļohn  geschmälert  mid  abgezwackt.  E^  isl
sehr  Zeit,  daß  die  Arbeiter  resp.  Maschineubesitzer  die  iilißtiche
Sage  erkennen  nnb  zur  Abwehr  des  droheiiden  Uebels  geeignete
Schritte  ergreifen."

,
            
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