Object: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Kurkumein 
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Labradorstein 
ähnlich, aber schwächer, der Geschmack bitter 
gewürzhaft. Beim Kauen färbt sie den Speichel 
stark gelb. Als kennzeichnenden Bestandteil ent 
hält die Wenzel neben 3—5,5% eines schwach nach 
Kurkuma riechenden ätherischen Öls (Kurkuma 
öl) etwa 0,3% eines gelben Farbstoffes (Kurku 
min), der in wachsgelben Prismen kristallisiert und 
bei 165° schmilzt. Er wird wegen seiner har 
zigen Beschaffenheit nicht von Wasser, hingegen 
leicht von Weingeist, ätherischen Ölen und Alka 
lien gelöst, von letzteren aber dabei in Braunrot 
umgewandelt. Medizinisch wird die K. jetzt 
nicht mehr gebraucht, findet aber zum Färben 
von Buntpapier, Kuchen und anderem Gebäck, 
Butter, Käse,, Ölen, Firnissen und Salben be 
schränkte Anwendung. Mit K. gelb gefärbtes 
Papier (Kurkumapapier) dient in der Chemie 
als Reagens auf Alkalien, von denen es in Braun 
rot umgefärbt wird, ferner von Borsäure, mit der 
es in salzsaurer Lösung eine Rotfärbung liefert, 
und von Titan und Zirkon. In Indien und Eng 
land wird K. gepulvert auch als Gewürz viel 
fach verwandt, und ist zum Würzen von Reis 
unter dem Namen Curryptriver bekannt, 
Kurkumein (Orange N., jaune N.), ein gelb 
roter, in Wasser löslicher Azofarbstoff, färbt 
Wolle in saurem Bad orange und besteht aus 
dem Nätronsalze des Paratoluidinorthosulfosäure- 
azodiphenylamins. Bisweilen belegt man auch 
das Zitronin (s. d.) mit dem Namen K. 
Kurkumin nennt man neben dem gelben 
Farbstoff der Kurkuma einen Teerfarbstoff 
von gänzlich abweichender Zusammensetzung (s. 
Sonnengelb). 
Kuro-moji-Öl, das aus dem wohlriechenden 
Holze des japanischen Baumes Lindera seri- 
cea gewonnene ätherische Öl, hat ein spez. Gew. 
um 0,90 und einen angenehmen Geruch nach 
Linaloeöl, der besonders in der zwischen 200 
und 220 0 siedenden Fraktion hervortritt. 
Kussin (Koussin, Kossin, lat. Kosinum), das 
neuerdings rein dargestellte wirksame Prinzip der 
Kussoblüten, das aber keine einheitliche Ver 
bindung zu sein scheint, wird als ein geruch- 
und geschmackloses, mikrokristallinisches, gelb 
liches Pulver erhalten, das sauer reagiert und 
sich auch mit Basen verbindet. Es löst sich in 
Wasser beinahe gar nicht, schwer in Alkohol, 
ist aber in Äther, Benzin und Chloroform leicht 
löslich. Durch Eisenchlorid wird seine Lösung 
tief rot gefärbt. Bei 142 0 C schmilzt K. unter 
Verbreitung eines butterähnlichen Geruchs, um 
sich bei stärkerer Erhitzung zu zersetzen, 
Kussoblüten (Kousso, Kosso, lat. Flores 
koso, frz. Fleurs de cousso, engl. Kousso), die 
getrockneten Blüten eines im Hochlande von 
Abessinien wachsenden hohen Baumes aus der 
Familie der Rosazeen, Hagenia abyssinica 
Willdenow, Brayera anthelmintica, sind 
als ein wirksames Mittel gegen Bandwurm und 
andere Eingeweidewürmer bekannt geworden. 
Die Ware kommt mit Karawanen den Nil herab 
und über Ägypten und Triest oder Marseille zu 
uns, ist aber immer selten und teuer und muß 
oft durch die übrigens ebenso kräftige Kamala 
ersetzt werden. Von den fußlangen, sehr ver 
ästelten und sperrigen Rispen des Baumes wer 
den nur die weiblichen Blüten benutzt, die sich 
durch ihren abweichenden Bau und die rötlich 
gefärbten Kelchblätter von den männlichen unter 
scheiden. Die rote Farbe gilt als Zeichen der 
Echtheit und Frische und geht bei lange ge 
lagerter, als wertlos angesehener Ware in Braun 
über. Man erhält K. entweder in den ganzen 
getrockneten Rispen, die zu 5 dm langen, 5—7 cm 
dicken Wickeln gedreht und gebunden sind, 
oder in einzelnen abgestreiften, mit Stielbruch 
stücken untermischten Blüten. Die Droge hat 
einen schwachen eigentümlichen Geruch und 
schmeckt beim Kauen anfangs schwach, später 
stark bitter und kratzend. Sie enthält etwa 10% 
Harz, etwas Gerbsäure, ätherisches Öl und Kus 
sin oder Kosotoxin, welches man als den 
Träger der wurmtötenden Kraft betrachtet. Auch 
gegen die Drehkrankheit der Schafe soll der 
Stoff vorzügliche Dienste leisten. — K, sind in 
Deutschland dem freien Verkehr entzogen. 
Kuteragummi (Kutiragummi), eine im Aus 
sehen dem Tragant ähnliche ostindische Gummi 
art, enthält wie dieser Bassorin. 
Kydiabast, der Bast von Kydia calycina. 
einem ,im westlichen Indien wachsenden Baume, 
besteht aus festen, bis zu 1,3 m langen Fasern 
von außen gelblichem, innen kreideartigem Aus 
sehen, die ein vorzügliches Ersatzmittel für 
Lindenbast sind, sich aber nicht zum Verspinnen 
eignen. 
L. 
Lab nennt man das zur Dicklegung der Milch 
in den Käsereien benützte Enzym des Kälber 
magens. Es wurde ursprünglich durch Behand 
lung des vierten Kälbermagens (Labmagen) mit 
Kochsalzlösung hergestellt (Natur- oder Käse 
lab), wird aber neuerdings meist in Form der 
Labessenz (Labextrakt) angewandt, einer 
mit Hilfe von Kochsalz und Borsäure oder 
Alkohol aus vorsichtig getrocknetem Kälber 
magen gewonnenen Flüssigkeit. Labpulver 
besteht aus getrockneter und entfetteter, zer 
kleinerter Magenschleimhaut. 
Labradorstein (Labrador, Labradorit, 
polychromatischer Feldspat), ein aus 
Kieselsäure, Tonerde, Kalk und geringen Men 
gen Natron bestehendes Mineral der Feldspat 
gruppe, hat seinen Namen von der Labrador 
küste Nordamerikas (Paulsinsel), wo es als Ge 
schiebe, wie eingewachsen in besonderer Schön 
heit gefunden wird. Das weißlich, grau bis 
schwärzlich gefärbte Mineral zeigt ein schönes 
pfaufederartiges Farbenspiel in blauen, grünen, 
messinggelben, roten und braunen Tönen. Seine 
Härte ist = 5, das spez. Gew. 2,680—2,740. 
L. wird zu Ring- und Nadelsteinen, Dosen, 
Vasen, Tischplatten und Ornamenten verarbeitet,
	        
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