72
wiederholt darüber, daß ihm nur der größte Schund über
geben werde, während mcm die besseren Retonrwaaren sonst
unterzubringen suche.
BMunoc. Btc ¿11 bet ^etími^ltelíc 9tdmmumneit
bilden zwar nur einen ganz kleinen Bruchtheil dieser Waaren-
sorte insgesammt. Der große Nutzeffekt der Institution liegt
darum wesentlich nicht darin, daß sie für so und so viel tausend
Franken Waaren an den Mann brachte, sondern daß die Ver-
bandsmitglieder mit ihren Retonrwaaren nicht mehr an ein
eher wucherisches Element angewiesen waren und dieses selber
gezwungen war, entweder auf Geschäfte zu verzichten oder bei
denselben sich einer loyaleren Praxis zu befleißigen. Die Bcr-
Î kaufsstelle für Retonrwaaren hat mehr Moral in den Retonr-
waarenhandel gebracht. Wirthschaftlich hatte sie den Werth einen
cotirenden Instanz für Retouren, während früher die Ramscher
die Coteurs waren. Wenn die Arbeitnehmer, nachdem die
Retouren durch die Verkaufsstelle eine festere Werthunterlage
erhalten hatten, die ketzeren doch wieder lieber an Privatfirmen
abgeben, so zeigt sich darin vielleicht nur die tief eingewurzelte
Volksneigung, bei gleichem Nutzen lieber mit Privatanstalten
als mit offiziellen zu verkehren.
ociaran verbot Im Jahre 1890 machte man Anstrengungen, die Netonr-
waarenfrage radikal zu lösen. Die Delegirtenversammlung vom
August dekretirte ein Verbot auf Retonrwaaren. Kaum war
es in Kraft getreten, so belehrte die Erfahrung, daß dasselbe
einfach nicht durchführbar war; es gab der Mittel und Wege
zu viele, demselben ein Schnippchen zu schlagen, und schon
Ende November waren die eifrigsten Befürworter jenes Ver
botes mit seiner Wiederaufhebung einverstanden, nachdem sie
eingesehen hatten, daß die bestgemeinten Postulate doch erst
dann etwas taugen, wenn sie wirklich realisirbar sind. Es
gereicht dem Verband zur Ehre, daß er jenes Verbot trotz
seines äußerlich eminent gemeinnützigen Scheines. kurzer Hand
aufhob, nachdem er sich überzeugte, daß alles an ihm doch nur