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Die Arbeit.
im Anfange; aber wir können schon aus der Erfahrung des täg
lichen Lebens die Tendenz zur Ungleichheit der Arbeitsstimmung
und Arbeitsleistung bestätigen. Die Monotonie einer Arbeit er
schwert diese so sehr, daß die Arbeiter selbst oft genug versuchen,
ihr entgegenzuwirken. Wir hören, daß die Mädchen in spanischen
Zigarrenfabriken sich auf gemeinsame Rosten einen Vorleser an
stellen, der während ihrer Tätigkeit, die ja geräuschlos ist, die
Zeitung oder irgendwelche Geschichten vorliest, um die Eintönigkeit
der allerdings hervorragend stumpfsinnigen Arbeit des Zigarren-
wickelns etwas weniger fühlbar zu machen. Noch interessanter
sind die Bemühungen, der Arbeit selbst einen anderen Charakter
zu verleihen; Rarl Bücher hat in einer geistreichen Unter
suchung über „Arbeit sind Rhythmus" darauf hingewiesen, wie
bei Naturvölkern, aber auch bei uns die verschiedenartigsten
Arbeiten, namentlich solche, die besondere körperliche Anstrengung
erfordern, rhythmisch gestaltet und dadurch augenscheinlich er
leichtert werden. Wir wissen alle, wie sehr der Rhythmus eines
Marsches auch den müden Wanderer belebt, ganz zu schweigen
von dem Feuer, das dem Rhythmus der Tanzmelodie entströmt.
Fast alle bsandwerker machen von dieser geheimnisvollen Kraft
des Rhythmus Gebrauch; der Schmied läßt den Kammer im
gleichen Takt auf das Metall niederfallen, der Schreiner die Stöße
des Hobels oder der Säge in gleichen Zeitabschnitten aufeinander
folgen. Jedes Landkind kennt oder kannte wenigstens bis vor
einigen Jahren den Dreitakt der Dreschflegel; jedes Stadtkind
war vor der Asphaltzeit mit dem Rhythmus des Pflasterftaurpfens
vertraut. Wenn zwei - Mädchen zusammen einen Teppich aus
klopfen, werden sie Lies stets im Rhythmus tun; nicht aus Liebe
zu der zweifelhaften Musik der Klopfer, sondern weil es augen
scheinlich die Arbeit erleichtert.
Die Arbeit ist nichts, was der Mensch ursprünglich freiwillig
übernimmt; sie wird ihm durch die Not der Lebensfristung auf
gezwungen. Seine durchaus auf Veränderung und Wechsel
psychologisch wie physiologisch gestellte Natur sucht auch in der
Arbeit diesem Bedürfnis Verwirklichung zu finden, wenn nicht
direkt so auf anscheinend spielerischen Umwegen. In der Zeit
der älteren handwerksmäßigen Produktion trägt die Arbeit denn
auch noch durchaus den Charakter einer im augenblicklichen Ziel
wie in den Mitteln stets wechselnden Betätigung; man denke,
wie oft der Schuhmachermeister Handgriff -und Werkzeug bei