480
Spanien (Finanzen, Kreditwesen re.).
lich der Ebro. Der Guadalquivir, Gua
diana und Minho sind nur ein Stück von
der Mündung hinauf fahrbar. Bei der
Binnenschiffahrt kommen sie gar nicht in
Betracht. Von Kanälen sind der Kaiser
kanal (100 km lang, 3,25 m tief und an
der Oberfläche 23,5 m breit), der 156 km
lange Kastilische, der Manzanares- und der
San Carlo-Kanal zu nennen ; doch werden
dieselben, mit Ausnahme des ersten, zur
Schiffahrt wenig benutzt. Die Ges amtlänge
aller schiffbaren Flüsse beträgt 1277 km,
wovon jedoch nur 481 während deö ganzen
Jahrs, 796 nur zn Zeiten geniigendes
Wasser haben. Die Kanäle sind 693 km
lang, doch nur 212 km wirklich benutzbar.
Von Eisenbahnen standen 1. Jan.
1878: 6199 km im Betrieb. Die Länge
der Telegraphenlinien war 1879:
15,870km, der Drähte 40,053 km. Die un
terirdischen Linien hatten eine Länge von
112 km mit 305 km Drähten, die unter
seeischen Linier: von 269 km (nur ein
drähtige Kabel). In 324 Staatstelegra-
phenbüreauS und 12 Privatbüreauö wur
den 1877:2,023,579 Depeschen befördert,
wovon 1,023,579 innere und 393,958 in
ternationale, Die Einnahmen beliefen sich
auf 3,138,984 Mk., die Ausgaben auf
3,301,520 Mk. Die P o st beförderte 1877
in 2530 Postanstalten: 78,486,000 Briefe
und 1,040,000 Postkarten, 5,767,000
Drucksachen u. Warenproben, 38,479,000
Zeitungen; die Einnahmen betrugen
7,228,080, bic 5,948,240 9Kf.
Die Handelsmarine zählte 1. Jan.
1877 an Seeschiffen: 2685 Segelschiffe
von 381,070 Ton. und 230 Darnpfer von
176,250 T., zusammen 2915 Schiffe von
557,320 %.
V. ñinnitzen, Kreditwesen re.
Die Finanzen sind dllrch den letzten
Bürgerkrieg außerordentlich zerrüttet wor
den, die Schuld hat sich seit 1868 mehr
als verdoppelt, unb die Einnahmen sind
in der Regel hinter den Ausgaben zurück-
geblieben. Das Budget 1879—80 ergab
für die Einnahmen 649,9 Mist. Mk., da
von direkteSteuern 20Mill., indirekte 110,5
Mist., Zölle 91,2, Stempel und Staatsmo
nopole 174,2 Mill.Mk. Die Ausgaben be
liefen sich auf 662,5 Mill. Mk'., davon
231,6 Mist. Mk.für die öffentliche Schuld.
Die Staatsschuld betrug 30.Juli 1879 :
10,332,8 Mill. Mk. (davon 8295,5 konso
lidierte), wofür cm Zinsen jährlich 87,2
Mist. Mk. gezahlt wurden.
Kreditwesen. Durch Gesetz voin 19.
März 1874 wurde die Kreditcirkulation
in einer einzigen Nationalbank, der Bank
von S., konzentriert und zu ihren Gun
sten die Aufhebung aller andern Zcttel-
und Diskontbanken angeordnet. Die
Bank von S. (Banco de España) wurde
1858 auf Aktien errichtet mit Grundkapi
tal von 80 Mist. Mk., das auf 100 Mill.
Mk. erhöht werden kann. Die Dauer der
Bank ist ans 30 Jahre festgesetzt. Sie hat
dem Staatsschatz ein Darlehen von 100
Mill. Mk. zu gewähren, dessen Einzah-
luugs- und Rückzahlungstermine, Zinsen
und Garantie Gegenstand eines besondern
Übereinkommens sind. Die Noten der
Bank von S. sind jetzt das einzige Papier
geld des Landes. Die höchsten Abschnitte
dürfen nicht auf mehr als 1000 Pesetas
(== 800 Mk.) lauten, wahrend die Wert-
höhe der einzelnen Stücke dem Ermessen
der Anstalt überlassen ist. Die Bank darf
Noten biö zu 500 Mist. Pesetas (400 Mist.
Mk.) Nennbetrag, also das Fünffache ihres
Kapitals, ausgeben; doch muß mindestens
ein Viertel des Betrags der umlaufenden
Noten durch Münzen, Gold- und Silber
barren in den Kassen der Bank gedeckt sein.
Die Noten werden bei Zahlungen an die
Regierung für voll angenommen. Am
30. Sept. 1878 waren von diesen Noten
131,840,780 Mk. im Umlauf, davon in
mbnb 69,937,240 9Rf., in ben äweiü'
banken 61,903,540 Mk. Die Zweigbanken,
14 an der Zahl, bestehen in : Alicante, Bar
celona, Bilbao, Cadiz, Jereö, Malaga,
Murcia, Pontevedra, San Sebastian,
Santander, Saragossa, Sevilla, Valencia,
Wíaboiib.
Geld, Maße und Gewichte. Alan
rechnet nach der Verordnung von 1871,
gültig für aste spanischen Besitzungen
außer den Philippinischen Inseln, nach
Pesetas zu 100 Centesimos. Die Währung
ist Doppelwährung, dieGrundbestimmun-
aen der lateinischen Münzkonvention
(s. Frankreich) werden beobachtet. Die