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aftiengejell]daften hatten jidh hier in der uktainijden Metropole nieder:
gelaffen. €s Iiegt auf der Hand, von welder großen Bedeutung
jür eine aftive Handelsbilanz eines Jelbjtändigen ukrainijden Staates
die YWusfuhr des Zuders fein muß. Um fo bedenflicher ijt die augen-
blidlide erbärmlidhe Lage der Zuderindufjtrie, in die das Land dur
die Wirren des Krieges und des Boljhewismus gekommen ijt. Ber
heerend [ind wiederholt Boljdhewijten und Denikins Truppen über das
Sebiet gezogen. Kiew hat in den Iekten zwei Yahren etwa [iebenmal
dur Kampf feinen Befiger gewechjelt. Vieles ijft zerftört und muß
in den Fabriken wieder hHergeftellt werden. Ganz unklar ijt es nod,
wie weit die radikale agrare Entwidlung, die jidH gegen den fremd-
itämmigen Großgrundbelig richtet, damit aud) die Grundlagen der
Zuderrübenwirt|dhaft zerjtören kann, die von jo großer Bedeutung für
die Staats und VolkswirtjhHaft der Ukraine ijt. Es wird eine |taat-
lide Notwendigkeit fein, die Zuderrübenwirtjhaften vor regellojer Auf-
teilung 3u bewahren, und. für das Genofjenjdhaftswejen wird fi Hier
ein großes Arbeitsfeld öffnen, denn ohne ihre AWnleitung und For»
derung wird jidhh die bisherige Rübenproduktion auf den Latifundien
nit ohne befondere Maknahmen erhalten Iajjen, wenn dielelben auf-
geteilt werden.
Von landwirt[Haftliden Erzeugnifjen, die in Frage Iommen, pielen
Spiritus, Hopfen, Fladhs, Hanf, Tabak, Leinjaat, Hanfjaat, Rüben-
jaat, OÖlfuchen, Eier, Häute, Borfjten, Wolle und Wein eine Rolle.
Den Weinbau haben die deutjden Kolonijten in das Land gebracht
und beireiben denjelben Hauptjächlid in der Krim, wo große Wein»
güter entjtanden jind. Cbenjo audy in den Kreijen, die unmittelbar
der Krim vorgelagert find. Dort jind dur Fleiß und Energie Neinere
unfrucdtbare Gebiete in blühende Weinkulturen verwandelt worden.
Krimjde Weine erfreuten [ih in ganz Rußland großer Beliebtheit.
Tabak gedeiht in der ganzen Ukraine. Den größten Anbau findet
man in Poltawa und I]dhernigow. Bor dem Kriege war die ge-
jamte Andaufläde etwa 45000 Dekjatinen groß, dementjpredjend gab
es eine ganze Anzahl von Tabakfabrifen mit Export ihrer Erzeugnilfe,
bejonders nad) Deutjhland, Amerika, England und der Schweiz.
Während die Yahresproduktion vor dem Kriege in den etwa 90 Fa-
brifen im ganzen etwa 35 Millionen Rubel wert war, ijt au auf
diejem Gebiet infolge der Wirren eine ganz unlidhere Lage einge
treten. Eier wurde 76 Millionen Stüg jährlid vor dem Kriege ex-
portiert. Sehr beträchtligH war die Ausfuhr von Olkucdhen, namentlich
nad) Deut/dhland, zu Futterzweden. In der eigenen Viehzucht wurden
diefe hochwertigen Futtermittel fajt gar night ausgenußt. Nachdem
die Schafzucht in der Steppe dur den Weizenbau auferordentlicdh
zurüdgedrängt worden it, hat natürliH au die Wollproduktion dem-